Tatort - Die Unsichtbare
„Der siebte Tatort-Einsatz von Richy Müller und Felix Klare kann sich sehen lassen. ‘Die Unsichtbare‘ basiert auf sauberer Recherche und einer hoch wirksamen Dramaturgie, die den klassischen Whodunit geschickt mit Thema, Thrill und großen Emotionen kurzschließt. Es ist nicht nur ein Film der stillen Menschlichkeit und der guten Taten, es ist auch ein Krimi mit einem stimmigen Erzählrhythmus, der weithin von seinen beiden Hauptakteuren, insbesondere Richy Müller, getragen wird. Dazu passt der Cool-Jazz in der ersten Hälfte des Films vorzüglich. Weniger gelungen: der künstliche Sound, der gegen Ende über die Szenen der bedrohten Kinder gelegt wird. Und die Besetzung? Die stimmt: Brambach gibt den Brillenbär, Kranzkowski die graue Beamtenmaus und Bartholomäi den netten Jungen von nebenan. Fazit: Sympathische Ermittler, starkes Thema, einfallsreiche Dramaturgie, empfindsamer Film."
— Rainer Tittelbach, „Der Fernsehfilm-Beobachter“
„Die Autoren strickten die stimmige Geschichte um die Kommissare, die im Namen der Gerechtigkeit gegen alle Regeln ermitteln. Das Schicksal der beiden Kinder, die sich allein durchs nächtliche Stuttgart schlagen, geht unter die Haut. Ein eindringliches, authentisches Migranten-Drama.“
— „Gong“
„Die Drehbuchautoren Eva und Volker A. Zahn recherchierten ausgiebig über Menschen, die ‘komplett recht- und schutzlos sind‘. So entstand ein beklemmend realistisches Bild über Menschen 2. Klasse und deren Kinder, die in besonderem Maße leiden.“
— „Hörzu“
„So muss ein TATORT sein! Neben dem emotional-spannenden Fall wird auch die aktuelle deutsche Ausländerpolitik kritisch hinterfragt. Ein aufreibender Fall mit kritischem Unterton.“
— „TV Movie“
Der neue „Tatort“ des SWR bietet großartige Krimi-Unterhaltung: Er taucht ein in eine Welt, die sich normalerweise vor den Augen des Normalbürgers verbirgt. Das Drehbuch von Eva und Volker A. Zahn liefert so viele intelligente, spannende und humorvolle Wendungen der Geschichte, dass keinerlei Langeweile aufkommt.
Regisseur Johannes Grieser schafft es, diesen Wendungsreichtum so in Szene zu setzen, dass das Tempo der Geschichte nicht verloren geht, die Bilder aber trotzdem nicht hektisch werden. Dieser „Tatort“ liefert einen guten Grund für einen Sonntagabend auf der heimischen Couch.
— „Augsburger Allgemeine“
In einem spannenden, vielschichtigen Krimi setzt Regisseur Johannes Grieser eindrucksvoll auf die Filmkamera (Jürgen Carle), die hinter Säulen, Mauern und Bäumen hervorlugt, das Geschehen oft als versteckter Beobachter verfolgt, fast wie eine gesuchte Person – ein Gefühl, das die „Illegalen“ nur zu gut kennen. Das Autorenpaar Eva und Volker A. Zahn hat es vermieden, die Folge als Aufruf gegen allzu strikte Einwanderungsgesetze zu verheizen. Vielmehr zeigen sie – vertreten durch die die Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare), welche Risiken Menschen auf sich nehmen, um hierzulande ein – vermeintlich – besseres Leben zu führen. Sie sind nicht anders als alle anderen, doch „ohne Papiere hat man nicht mal kein Konto“.
Ständig bewegt sich das unterhaltsam ausbalancierte Kommissarsduo in Grauzonen, entscheidet nach Gewissen statt nach Dienstvorschrift und führt dem Zuschauer subtil vor Augen, welch großer Luxus Demokratie und freiheitliche Gesellschaftsordnung doch sind. In ihrer polizeilichen Vorgehensweise bleiben die beiden Ermittler zwar hart, dennoch löst das Erlebte große Emotionen bei ihnen aus. Für Emotionen auch beim Zuschauer sorgt die schnörkellose Schilderung des Schicksals von Ella (Ella Zirzow) und Deniz (Lukas Schust) aus. Die Lebensumstände der Kinder der ermordeten Taya machen klar, dass die Schwächsten die Sehnsucht nach einem gelobten Land, das sie nicht haben will, am teuersten bezahlen.
— „Münchener Merkur“
Je höher ein Krimi die Latte seines gesellschaftskritischen Anspruchs hängt, desto schwächer werden Spannung, Action und die Logik der Handlung. Falsch! Dem neuen Stuttgarter TATORT gelang endlich einmal wieder, woran ambitionierte Fernsehfilme oft scheitern. Er trat an gegen Vorurteile, war beste Unterhaltung, packend und aufrüttelnd. Ja, er entwickelte dabei sogar ein schönes Maß glaubhafter Stituationskomik. Denn der Fall bot den Kommissaren Lannert und Bootz eine optimale Spielfläche, um ihr Binnenverhältnis auf eine harte Probe zu stellen. Und zu stärken. Der Bauchmensch an der Seite des korrekten Beamten, das ist eine zeitgemäße Neuauflage des Ermittlerteams Schimanski/Thanner. Auch hinter den Kulissen gaben diesmal kreative Paare den Ton an: Die Hamburger Filmkomponisten Jens Langbein und Robert Schulte-Hemming sorgten für eindrucksvolle Musikakzente, die Kölner Autoren Eva und Volker A. Zahn für das Drehbuch mit sauber recherchiertem Hintergrund. Gewiss, an einigen Stellen trugen sie arg dick auf, wenn Deniz und Ella wie Hänsel und Gretel auf ihrer Flucht immer wieder in Riesengefahr geraten. Diese beiden Geschwister wuchsen in Stuttgart auf, ihre frisch ermordete Mutter aus der Ukraine schlug sich seit Jahren illegal mit ihnen durch. So führen die Ermittlungen schnell in eine Grauzone, wo niemand gern freiwillig mit deutschen Beamten spricht. Alle haben panische Angst vor Abschiebung, Kinder fürchten Sippenhaft: ein perfekter Nährboden für Kriminalität. Nur der Täter selbst war einfach zu blöd für so einen klugen TATORT.
— Uwe Spoerl, „Kölner Stadt-Anzeiger“
Das Drehbuch des Ehepaars Eva und Volker A. Zahn („Ihr könnt euch niemals sicher sein“) bietet also gleich doppelte Spannung, weil die Polizisten nicht bloß den Mörder, sondern auch die Kinder Deniz und Ella suchen. Diese zweite Ebene ist naturgemäß am emotionalsten, zumal Regisseur Johannes Grieser die beiden jungen Darsteller Lukas Schust und Ella Zirzow exzellent geführt hat. (…) Die Qualität des zurückhaltend inszenierten Films liegt nicht zuletzt darin, die für Geschichten dieser Art typischen Fallstricke zu vermeiden: Niemand hält ein Grundsatzreferat über die Lage der Rechtlosen, keiner resümiert das Anliegen des Films in Form eines leidenschaftlichen Plädoyers.
— Tilman P. Gangloff, evangelisch.de
Stuttgart ist eines der jüngsten Ermittlerteams der Tatort-Reihe, was es ähnlich wie  die von Münster oder auch Hannover zur höchsten Zeitgenossenschaft prädestiniert. Nicht so sehr in der Richy-Müller-Figur des Thorsten Lannert, die der lonely wolf ist, den man aus dem Kino kennt, woher ja auch Richy Müller stammt, sondern in der Felix-Klare-Figur des Sebastian Bootz. Der ist der paradigmatische deutsche Mann, den der deutsche Mittelstand in Zeiten der Gleichstellung hervorgebracht hat. Das heißt in Die Unsichtbare etwa, dass die Abendtermine in der Piranha Bar Lonely Lannert überlassen werden, weil Busy Bootz zum Kinderhüten nach Hause muss.
Das gesellschaftspolitische Setting von Die Unsichtbare ist bemerkenswert, insofern der Migrationsdiskurs, der hierzulande vor allem "Illegale" betrifft, in einem - politisch gesprochen - grünen Sinne modernisiert ist. Die Tote am See ist eine Frau ohne Aufenthaltserlaubnis, aber Lannert und schließlich auch Bootz markieren ihre Skepsis gegenüber dem Denunziantentum durch die Einhaltung des Dienstes. Sie interessieren sich nur für den Mord – und die Waisenkinder, die er hervorgebracht hat – und dealen mit allen „Illegalen“ Händel aus, ohne die zuständige Behörde zu alarmieren.
Besonders schön ist die Szene, in der Bootz den Wäschereibesitzer aus Zuffenhausen, der auf die Notlage der „Unsichtbaren“  ein Geschäftsmodell gegründet hat, verrät und die Razzia anordnet – vorher aber den Betroffenen die Möglichkeit zur Flucht einräumt, wie sich am nächsten Tag bei der Befragung durch die dauerverliebte, Spanisch sprechende Staatsanwältin herausstellt. Bei aller Kitschigkeit, die dieser Tatort haben mag – und die vor allem in dem sich verschlechternden Pflegezustand der flüchtigen Kinder anschaulich wird, weil sie irgendwann in den hüstelnden Bedürftigkeitskarikaturen landen, die Waisenkinder im Angesicht des fiesen Mr. Burns bei den Simpsons seit je sind –, er rührt ans Gefühl und am Ende beinahe zu Tränen.
Tief in unserem Herzen wohnt eine sentimentale Seele, die die frühesten Fernseherfahrungen mit Winnetou-Filmen zur Weihnachtszeit nie verkraftet hat – und so ist es, bei aller Kitschigkeit, schön zu sehen, dass das Gute in dieser kalten Welt auch einmal triumphieren kann, wie sich das der Humanismus von Karl May vorgestellt hat. Bangend fiebern wir am Ende nicht der Lösung des Falles entgegen, sondern allein der Frage, ob die Kavallerie noch rechtzeitig kommt, um die kleine Ella mit dem krassen Herzfehler vor dem plötzlichen Tod zu retten. Und ja, auf die Kavallerie ist Verlass.
Die alte Stuttgarter Oben-Unten-Logik, wonach unten die Opfer sterben und oben die Täter wohnen, geht dieses Mal nicht auf: Den Dr. Jochen Winterberg, 400-Euro-Jobber im Ausstellungsbiz für unbekannte russische Dichter, der in der breathtaking Villa seiner Wurstfabrikantentochterehefrau hoch droben wohnt, spielt der große Martin Brambach als interludesken Witz ("Wir sind seelenverwandt"). Das Böse siedelt vielmehr im piefigen Kleinbürgertum des Behördenleitersohnes (Florian Bartholomäi), der aus Rache für die hintergangene, geliebte Mutter selbst vor verachtenswertestem Halbgeschwistermord nicht zurückschreckt. Die Überführung geschieht ihm ganz recht, sagt unser Karl-May-Bewusstsein, und die Verluste für die Wissenschaft in Tübingen, wo er sein Studium antreten wollte, halten sich jetzt, da er ins Gefängnis muss, vermutlich in Grenzen – wenn man dafür zugrundelegt, dass er seinen Umzug schon ohne Vater nicht bewältigen konnte. Dem Vater (Karl Kranzkowski) derweil wird, späte Gerechtigkeit, zwar der Sohn genommen, dafür gewinnt er die Tochter Ella und deren Bruder, deren schulische Leistungen zu größeren Hoffnungen für Tübingen berechtigen.
Und Busy Bootz? Liegt im Bett, wird sich seines privilegierten Daseins bewusst und fängt an, die FDP-Propaganda, die den deutschen Mittelstand mit ihren Abstiegsängsten in Schach hält wie im Mittelalter die Pest ganze Landstriche, in Frage zu stellen: Eine Mittelstandstochter kann auch dann ein glücklicher Mensch sein, wenn sie nicht aufs Gymnasium kommt. Obwohl sie – das ist etwas unlogisch – dauernd „Streberstempel“ einsackt, deren Einführung im Schulheft der Bootz-Tochter nur erzählökonomischen Gründen geschuldet ist (damit man sie nämlich im Schulheft der Ella sofort versteht). Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung, und wenn das alle hier begreifen, dann geht die nächste Wahl ganz anders aus. Und eines Tages wird Deutschland, total karlmayhaft, der schönste Platz auf der Welt.
— „Freitag“

Schurkenstück
Mit „Schurkenstück“ beweist das Autorenpaar Eva und Volker A. Zahn einmal mehr, dass sich aus dem Aufprall unterschiedlicher Welten spannendes, relevantes und zeitgemäßes Fernsehen entwickeln lässt. In „Ihr sollt euch niemals sicher sein“ (Grimme-Preis 2009), einem Film über einen vermeintlichen Amokläufer an einer Schule, war es der Konflikt der Generationen. In „Schurkenstück“ erscheint die Lage noch aussichtsloser. Der rechtsextreme Timo (Franz Dinda) trifft auf verhasste Ausländer wie den obercoolen Faruk und den stillen Erdal (Arnel Taci). Patrick (Sebastian Urzendowsky) wirkt total verstört, Stefan (Janusz Kocaj) dagegen total harmlos. Seine 82-jährige Nachbarin hat er allerdings aus Jähzorn mit einem Spaten erschlagen. Wie soll dieser schräge Haufen Krimineller miteinander klar kommen? Und, nebenbei: Wie soll man sie dazu bringen, Texte zu lernen, sich diszipliniert vorzubereiten? Allein Pjotr will nicht nur Theater spielen, um die Langeweile im Knast zu bekämpfen. Doch seine russischen Freunde halten wenig davon, dass er organisiertes Verbrechen gegen Schauspielerei tauschen will.
Natürlich ist vorhersehbar, dass die vermeintlich kaputten Typen mehr können, als sie sich selbst zutrauen. Sie sind Persönlichkeiten mit verborgenen Stärken und Hoffnungen, ohne dass nach Entschuldigungen für ihre Taten gesucht würde. Das Wort „Opfer“ ist hier ohnehin ein Schimpfwort, das vor allem auf Patrick angewendet wird.
Der Film kommt uns nicht mit verlogener Moral. Auf der Theaterbühne werden aus Gescheiterten keine Erfolgsmenschen, die sich fortan im Leben zurecht finden werden. Aber man kommt sich beim Proben näher, auch sprachlich, nachdem Fanny Dannewald eine moderne Fassung von Dürrenmatts Klassiker geschrieben hat. Ort des Geschehens ist nun ein Kiez namens Gülle, und die alte Dame ist eine reiche Türkin, die einst von ihrem deutschen Freund mit Baby sitzen gelassen worden war. Das Theater schlägt – eine schöne Phantasie – tatsächlich Brücken. Am Ende sind die Proben eine Gegenwelt zum düsteren und brutalen Knast-Alltag. Rückschläge inbegriffen.
Regisseur Thorsten C. Fischer („Romy“) inszenierte mit „Schurkenstück“ ein kraftvolles Kammerspiel. Beinahe logisch, dass die 30-jährige Katharina Schüttler, auch im wirklichen Leben ein Jungstar des Theaters, für die Rolle der Fanny Dannewald besetzt wurde. Ihre eher zerbrechlich wirkende Statur lässt die Vorstellung, eine solche Frau könne die harten Burschen zu Höchstleistungen treiben, als besonders unwahrscheinlich erscheinen. Aber nur bis zur ersten Szene im Gefängnis, denn Schüttler erreicht scheinbar mühelos die notwendige Präsenz dieser selbstbewussten Frau, die es gewohnt ist, Kommandos zu erteilen. Ihre Fanny ist intelligent und aufmerksam, aber sie macht auch Fehler, zum Beispiel als sie vor der Gruppe ausplaudert, der drogenabhängige Erdal sei auf den Strich gegangen. Konzentriert und genau agiert Schüttler, ohne das Ensemblestück zu dominieren. So glänzen in den jungen Häftlingsrollen vor allem Sebastian Urzendowsky („Guter Junge“) als Patrick, Arnel Taci („Türkisch für Anfänger“) als Erdal und Pjotr-Darsteller Vladimir Burlakov, der bereits in Dominik Grafs Serie „Im Angesicht des Verbrechens“ aufgefallen war.
Etwas für Theater-Feinschmecker ist die Tatsache, dass Lars Eidinger, wie Schüttler ein Star der Berliner Schaubühne, Fannys Lebensgefährten spielt. Die wichtigere Nebenrolle meistert allerdings Oliver Korittke. Er gibt den Sozialarbeiter Peter Kilian, der im Knast Fanny Dannewalds Ansprechpartner ist, ihr den Rücken freihält, gelegentlich den Kopf wäscht und wohl auch sonst noch gerne einiges für sie tun würde. Aber das ist nicht mehr als eine Andeutung in diesem nuancenreichen Film, der weniger ein Schurken- als ein Glanzstück des Fernsehens ist.
— „Tagesspiegel“
Der Film „Schurkenstück“ (Produktion: Greensky Films) zieht uns von der ersten Minute in seinen Bann, schürt Spannung, hält uns bei der Stange, lässt uns mitfühlen und mithoffen, er versetzt unserer wohlgehüteten Lebenswirklichkeit kleine Schläge, pufft uns, drängt uns, das Eigene, den Kokon aus Alltag, Beruf, Geld und Normalo-Glück, nicht als das Selbstverständliche anzusehen. Diese Erschütterungen kommen auch bei Fanny an, die ihre Herangehensweise überprüfen muss, die eingestehen muss, dass sie von der Situation überfordert ist. Katharina Schüttler macht diese Verunsicherungen für den Zuschauer sehr anschaulich und nachfühlbar. Ebenso präzise zeigt Oliver Korittke in seinem Spiel, dass das Gefängnis eine eigene Welt schafft, mit eigenen Körpern, mit eigenen Sprachen, Ritualen und Statussymbolen. Diese beiden Hauptrollen sind ebenso einleuchtend und feinfühlig besetzt wie gespielt, im Sprachausdruck, in der gegensätzlichen Körperlichkeit, in den jeweiligen Sensibilitäten.
Diesem Paar stehen die jungen Männer des Theater-Ensembles in keinem Moment nach. Jeder von ihnen erspielt sich seine ganz eigene Persönlichkeit, seine eigene Farbe, den eigenen Ton, den eigenen berührenden Moment, in dem die jeweilige Stärke aufscheint. Regisseur Torsten C. Fischer führt dieses Ensemble souverän und lotet die Abstände zwischen den Figuren ebenso aus wie die Räume, in denen sie sich bewegen. Dabei vermittelt der Drehort – es wurde überwiegend in einer Justizvollzugsanstalt gedreht – die nötige Raumglaubwürdigkeit, das unabweisbar echte Raumgesicht. Fischer, der ein Gespür für Verzweiflungstiefen und Randständige hat, schafft auch Bilder, die den Alltag und das Darüberhinaus beschreiben, Bilder die realistisch erzählen, in denen aber schon der Wunsch steckt, das alles hinter sich zu lassen und zum „Himmel“ aufzusteigen und über das alte Dasein abzulachen. Dabei kommt dem Regisseur das gut recherchierte und sorgsam aufgestellte Drehbuch von Eva und Volker A. Zahn zugute, ein Autorenpaar, das oft genug engagiert, einfühlsam und eigenwillig erzählt.
Das Experiment geht gut aus, der Film kommt an ein gutes Ende, die Inszenierung wird ein Erfolg. Aber der Film macht uns nicht weis, dass damit alles gut sei, dass das ein Happy End sei, denn der Mörder bleibt ein Mörder, der Junkie bleibt ein Junkie und in die Zelle kehrt jeder von ihnen zurück. Der Film verhebt sich auch nicht an der Monster-Thematik „Schuld und Sühne“, sondern er zeigt ein Teilstück, einen Lebensausschnitt, ein Stück gelungener Resozialisierung. Der Film plädiert unaufdringlich dafür, Menschen hinter Gittern nicht verkommen zu lassen. Auch für sie muss es Perspektiven geben, Bildungsabenteuer, die zum Guten ausschlagen können. Wer will, kann diesen Film als kleine Schulung zum tieferen Sehen und Verstehen annehmen. Jeder hat einen zweiten, dritten, vierten Blick verdient, denn bei manchen kann man sich nie sicher sein, wer sie sind, wohin sie gehen und ob sie unsere Blickbemühungen verdienen. Der Film (1,90 Mio Zuschauer, Marktanteil: 6,4 Prozent) hat es jedenfalls verdient, mit allen wachen Sinnen gesehen zu werden. Sicherlich einer der Höhepunkte des Fernsehjahres 2010.
— Torsten Körner, „Funkkorresondenz“
Jung, aber laut Pressetext schon „gefragt“ und sehr erfolgreich ist Fanny Dannewald (Katharina Schüttler), eine Theaterregisseurin, die ein Experiment wagen will: mit einer Gruppe krimineller Jugendlicher in der Haftanstalt ein Theaterstück einzustudieren, um es vor Publikum auf die Bühne zu bringen. Warum tut sie das? Was ist ihr Motiv? Es wird nicht näher erklärt. Aber das ist kein Mangel, sondern eher eine Stärke dieses an Stärken reichen Fernsehfilms.
Denn die Drehbuchautoren Zahn belasten ihre Figur nicht mit erbaulichen Texten über den Sinn eines Resozialisierungsprojekts. Fanny sucht schlicht die professionelle Herausforderung. Sie will sich und anderen beweisen, dass sie auch aus jugendlichen Kriminellen ein Ensemble formen kann, das sich von dem, was sie ihnen zu bieten hat - Friedrich Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“, auf heutige soziale Verhältnisse umgeschrieben - überzeugen lässt. Und Katharina Schüttler spielt diese Person mit einer so bezwingenden Unerschrockenheit, dass man von der ersten Szene an gefesselt ist, dass man mit ihr geht und sich gespannt fragt, wie ihr das wohl gelingen wird. Dass es gelingt, ist natürlich keine Überraschung. Scheitern bei einem solchen Projekt kommt, schon aus dramaturgischen Erwägungen, nicht infrage. Erst recht nicht bei einem Fernsehfilm zur Primetime. Es geht also vielmehr darum, wie sich die Gruppendynamik bis zum Tag der Aufführung entwickelt, welche Charaktere aufeinandertreffen, mit welcher Überzeugungskraft es der Regie, dem Drehbuch, der Bildgestaltung und den Schauspielern gelingt, aus dem Zusammenprall zweier so unterschiedlicher Welten wie Kunst und Knast mehr zu machen als stereotypen Sozialkitsch.
Und es gelingt. (…) Noch etwas lauter hört man die Moral am Ende trapsen, wenn Pjotr den Text seiner Rolle der zur rachsüchtigen Rapperin modernisierten „alten Dame“ spontan ändert: Er weigert sich, den Satz „tötet ihn“ auszusprechen, und überantwortet die Entscheidung  seinen Mitspielern. Da wirkt die Botschaft, der Gewalt bis in die Kunst hinein abzuschwören, dann doch etwas zu dick aufgetragen. Aber das sind Marginalien, gemessen an der suggestiven Kraft, mit der dieser Fernsehfilm die Spannung hält, die sich im Interagieren der Figuren aufbaut. (… Man könnte über jeden Einzelnen der Schauspieler ins Schwärmen kommen. Auch wenn man den Figuren, die sie verkörpern, in der Wirklichkeit nicht unbedingt begegnen möchte. Oder vielleicht liegt die größte Stärke dieses Fernsehfilms gerade darin: dass es gelungen ist, einen etwas anderen Blick auf die zu werfen, denen man auf der Straße nicht unbedingt begegnen möchte.
— „epd medien“
In „Schurkenstück“ verschmelzen Theater und Fernsehen auf grandiose Weise. Spannungsgeladen und intelligent wird eine fiktive Geschichte erzählt, die grundlegende Wahrheiten erzählt mit Personen, die so intensiv gezeichnet und verkörpert sind, dass man noch nach Tagen glaubt, sie persönlich kennengelernt zu haben. Das ist dem
exzellenten Drehbuch ebenso geschuldet wie der Regie und den Leistungen der jungen Schauspieler. Ihnen wurde viel abverlangt. Sie müssen nicht nur die Vielschichtigkeit ihrer Figuren darstellen, sondern auch zeigen wie sich die Knastjungs in ihren schauspielerischen Leistungen steigern. Wirken die Typen, die sie verkörpern, in ihrer Rohheit und Unberechenbarkeit fast wie wilde Tiere, erkennt man in ihnen nach und nach die Menschen mit ihren Wünschen, Träumen und verbauten Möglichkeiten.
Gleichzeitig aber hält das Stück dem Betrachter den Spiegel vor. Nach Aristoteles und Lessing soll Theater zur Katharsis, der moralischen und religiösen Reinigung, führen. „Schurkenstück“ weist den Zuschauern diesen Weg und ist dabei keine einzige Sekunde belehrend oder langweilig. Das ist großes Theater und großes Fernsehen in Einem.
—  Monika Herrmann-Schiel, Katholische Nachrichten-Agentur
Eine junge, engagierte Theaterregisseurin will mit den Inhaftierten einer Jugendstrafanstalt ein Theaterstück aufführen: Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ wird zum Kiez-Drama umgerüstet. Für die Verantwortlichen ein Kultur-Event unter Resozialisierungsaspekt, für die Beteiligten eine Chance, im Gefängnis neue Perspektiven zu „lernen“ und ungeahnte Fähigkeiten bei sich zu entdecken. Doch der Alltag im Knast hat wenig mit der Realität der Theaterfrau zu tun. Mit Vertrauensübungen überfordert sie die Gruppe und – selbst noch als sie die fünf für sich und das Projekt gewonnen zu haben scheint – unterschätzt sie die brutalen Rituale, die Statuskämpfe und Erniedrigungen, die unter den Häftlingen herrschen. Dann ist plötzlich Pjotr, der sanfte Mafia-Russe mit der großen Theater-Lust, verschwunden. 

„Die intakte Erfolgsbiografie einer Theaterregisseurin trifft auf die verwüsteten Lebensläufe von sechs jungen Inhaftierten: Hochkultur trifft Straße, Organisation trifft Chaos“, so bringt Autor Volker A. Zahn das dramatische Potenzial von „Schurkenstück“ auf den Punkt. Der Clash der Kulturen und der Weltsichten, die unterschiedliche soziale Herkunft und das Fehlen einer emotionalen Heimat sind die thematischen „Brennpunkte“ dieser WDR-Produktion. Doch manchmal genügt es als Zuschauer, nur die Lebenswirklichkeit der Häftlinge wahrzunehmen und sie auf sich wirken zu lassen, diese paar Quadratmeter Leben, in denen man sich kaum um die eigene Achse drehen kann – und man begreift mit den Augen, was hier vor sich geht: die Jugendlichen sind doppelt gefangen – in ihren Zellen, in ihren Lebensverhältnissen.


Aber „Schurkenstück“ spiegelt nicht nur Wirklichkeit, sondern ist auch und vor allem ein Film, der mit den Mitteln des Kammerspiels und Ensemblestücks eine eindrucksvolle Intensität erreicht. Ein Blick in die Gesichter, die klare Choreographie des Raums, das Spiel mit Licht und Schatten auf der Seele – so können gespielte Theaterproben hoch spannend werden. Das „Auflösungssystem“ von Regisseur Torsten C. Fischer passt. Dramaturgisches Herzstück aber ist das intelligente Einweben der privaten Geschichten in die Theaterprobe. Das Grimme-Preis-gekrönte Autoren-Ehepaar Zahn arbeitet vor allem mit Projektionen zwischen Knast-Alltag und Stück-Inhalt, zwischen den realen Vergehen der jugendlichen Straftäter und der moralischen Schuld der gespielten Rollen. „Wir wollten den Inhaftierten jenseits medialer Verteufelungen ein menschliches Gesicht geben“, so Volker A. Zahn. 

Vorzüglich ist auch die Besetzung. Sie ist ein stimmiger Mix aus „alten Hasen“ wie Katharina Schüttler, Oliver Korittke, Franz Dinda und Sebastian Urzendowsky und „Frischlingen“ mit einer starken Präsenz. Vor allem Vladimir Burlakov, der sein Debüt in Dominik Grafs „Im Angesicht des Todes“ gab, ist ein Gesicht, das man sich merken muss. Er spielt den russischen Feingeist, der aus der Welt des Verbrechens in die Welt des Theaters flüchten möchte. Er ist das Bindeglied zwischen Kunst und Verbrechen, er ist der Hoffnungsträger der Geschichte. „Er strahlt eine Sensibilität, gleichzeitig eine Gefährlichkeit und Gewalt aus, die der Regisseurin fremd ist. Sie ist berührt von seinem schauspielerischen Talent, der Wahrheit und Tiefe seines Spiels – und sie glaubt, ihn retten zu können“, so Katharina Schüttler.
— Rainer Tittelbach, „Der Fernsehfilm-Beobachter“
Bewegendes TV-Juwel von hoher sozialer Relevanz.
— „TV Direkt“
Gelungen! Ein kraftvoller Knastfilm, ein toll gespieltes Ensemblestück.
— „TV Movie“
Der Titel „Schurkenstück“ ist eine prägnante Zusammenfassung des Inhalts: Der Film erzählt von einer Theaterregisseurin, die mit den Insassen einer Strafanstalt Friedrich Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“ inszenieren will.
Kriminelle spielen anständige Bürger, die aus Geldgier zu Verbrechern werden: Schon allein diese Grundidee ist von einer wunderbaren Süffisanz. Natürlich rührte das schreibende Ehepaar Eva und Volker A. Zahn die üblichen Gangster-Klischees zusammen, um die Knackis zu charakterisieren. Aber da sich juvenile Ganoven in ihrem Habitus grundsätzlich an schlechten Filmen orientieren, wirken die Klischees eher satirisch als stereotyp. Das Fernsehen persifliert die Wirklichkeit, die wiederum billiges Kino kopiert: Das steigert sogar die Subtilität von Woody Allen. Aber der Film war auch ohne diese Meta-Ebene sehenswert. Torsten C. Fischer, der im vorigen Jahr mit „Romy“ imponierte, hat dank großartig geführter Darsteller ein preiswürdiges Ensemble-Stück inszeniert. „Schurkenstück“ gehört in die Tradition jener Dramen, die sich noch heute an „Saat der Gewalt“ von Richard Brooks (1955) orientieren: Eine Gruppe schwer erziehbarer oder krimineller Jugendlicher einigt sich auf ein Ziel und wird aller Gegensätze zum Trotz zu einer verschworenen Gemeinschaft. In diesem Fall waren die Gegensätze besonders groß, denn das Ensemble repräsentierte Kulturen, die unterschiedlicher kaum sein können. der Umgang der jungen Männer miteinander war ohnehin von einem Realismus , der behüteten Bildungsbürgern zu schaffen machen konnte: Die Dialoge bestanden überwiegend aus Kraftausdrücken.
Allerdings wandelte sich das Bild, je näher man die Burschen kennen lernte. Das Drehbuch vermied es zwar, lauter Saulus/Paulus-Geschichten aneinander zu reihen, doch gewisse Sympathien stellen sich durchaus ein. Dafür sorgen nicht zuletzt jene Szenen, in denen die Einzelnen aus dem Ensemble heraustreten und auf erschütternd brutale Weise selbst zu Opfern werden. Die Justizvollzugsanstalt wirkte wie ein Vorhof zur Hölle.
— Tilmann P. Gangloff, „Kölner Stadt-Anzeiger“
Keine Angst: Sie haben sich für ein Kammerspiel, eine Theaterinszenierung im Fernsehen, entschieden, aber für eine atmosphärisch so dichte, so spannend erzählte, dass Sie in den 90 Minuten nicht eine Sekunde daran denken, in einen anderen Kanal rüber zu zappen.
Spannungsgeladen und ausgesprochen intelligent – kleinen Ausrutschern ins Klischeehafte wird verziehen – wird hier eine fiktive Geschichte erzählt. Die renommierten Drehbuchautoren Eva Zahn und Volker A. Zahn, die zuweilen auch Tatorte schreiben, haben sich im Vorfeld mit den Biografien junger Straftäter beschäftigt. So haben sie ein Sextett zusammengestellt, was unterschiedlicher nicht sein kann. Von Piotr (Wladimir Burlakov), einem Russen, der von einer geheimen Bruderschaft tyrannisiert wird, über den Neonazi Timo (Franz Dinda) bis zum fundamentalistischen Türken Faruk (Michael Keseroglu).
„Schurkenstück“ ist eine Glanzleistung des Fernsehens. Die Charaktere werden so intensiv gezeichnet, die jungen Schauspieler bieten ein so intensives Spiel, dass sie weit über das Ende des Films nachwirken.
— „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“
Theaterregisseurin mit Idealen geht in den Knast, um dort mit jungen Häftlingen ein Stück von Dürrenmatt einzustudieren. Klingt nach sozialpädagogisch aufgeladenem TV-Drama mit eingebauter Langeweile, nach politisch korrektem Betroffenheitsfernsehen zum Abschalten. Das alles traf glücklicherweise überhaupt nicht auf diesen Film zu: „Schurkenstück“ war nicht nur ein bewegendes Knastdrama zum Nachdenken, sondern auch eine spannende Geschichte mit starken Figuren. Allen voran die von Katharina Schüttler hervorragend gespielte Regisseurin Fanny, die viel Verständnis für die anfangs widerspenstigen, dann begeisterten Knackis hatte, sich von ihnen aber auch nicht auf der Nase herumtanzen ließ und das Theaterprojekt zu einem Erfolg für alle machte. Oder der russische Häftling Pjotr (Vladimir Burlakov), für den es um Leben und Tod ging, als am Schluss die raue Realität die Bühnenwirklichkeit einholte und ihm hinter den Kulissen ein echter Revolver an den Kopf gehalten wurde. Er überlebte - ein schönes Ende ohne aufgesetzte Tragik.
— „Berliner Morgenpost“
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Ihr könnt euch niemals sicher sein
Der Titel „Ihr könnt euch niemals sicher sein“ ist für diesen herausragenden Film Programm. Denn niemand in Olivers Umgebung ist sich sicher, ob er das Richtige tut. Olivers Eltern streiten sich darüber, ob ihr Sohn den "Bad Guy" nur mimt, wie sein Vater meint, oder ob hinter der coolen Fassade nicht doch echte Verzweiflung steht, wie seine Mutter vermutet. Der Schuldirektor will dem Jungen keinen Stein in den Weg legen, aber auch seine Schule schützen. Und Lehrerin Vollrath ist hin und her gerissen zwischen pädagogischem Augenmaß und nackter Angst. "Wisst ihr, was ich echt scheiße finde?", fragt Oliver einmal seine Eltern. "Dass ihr mich nicht verteidigt." Aber die pubertäre Forderung nach blinder Gefolgschaft kann ihm kein Erwachsener erfüllen. Alle sind ratlos, wie es weitergehen soll.
Regisseurin Nicole Weegmann gelingt es, aus dieser Hilflosigkeit künstlerisch Kapital zu schlagen. Ihr Film, der das kluge Drehbuch von Eva und Volker A. Zahn kongenial umsetzt, schafft eine Atmosphäre, in der jede Figur Verständnis verdient und zugleich für die eigenen Fehler haftbar gemacht werden kann. Für jede Frage des Zuschauers findet der Film eine glaubwürdige Antwort. Und doch bleibt am Ende die Frage: Hätte es keinen anderen Ausweg gegeben?
Die Entscheidung, den verschlossenen Problemschüler Oliver zu spielen, hat sich Ludwig Trepte nicht leicht gemacht. Erst vor zwei Jahren wurde er einem breiten Publikum durch den Film "Guten Morgen, Herr Grothe" bekannt. Schon damals spielte er einen verhaltensauffälligen Jugendlichen, dem es an Orientierung fehlte. Aber diesmal ist seine Figur vielschichtiger. Trepte spielt ihn mit sattem Nachdruck und empfindsamer Zerbrechlichkeit. Dass die Übung gelingt, liegt auch daran, dass sich um Trepte herum hervorragende Schauspieler versammeln. Selbst die vielen kleinen, aber bedeutenden Nebenrollen sind prominent besetzt. So spielt Anneke Kim Sarnau die bedrohte Deutschlehrerin und Johanna Gastdorf jene Psychiaterin, die Olivers Gemütszustand diagnostizieren soll.
Und auch hinter der Kamera hat Regisseurin Weegmann mit Judith Kaufmann und der Cutterin Andrea Mertens die erste Liga versammelt. Ein Film mit diesem brisanten Thema hätte auch zu einem prätentiösen Ärgernis oder einer psychologischen Banalität verhunzt werden können. So aber ist es gutes und wichtiges Fernsehen geworden.
— „Berliner Zeitung“
„Ihr könnt euch niemals sicher sein“ ist kein Film über Erfurt und Emsdetten, sondern über die Angst danach. Es gibt keinen Amoklauf, sondern einen einsamen, sensiblen Jugendlichen, der in manchmal gewalttätige Träume flüchtet, und verunsicherte, hilflose Erwachsene, die zu der Welt des 17-Jährigen keinen Zugang finden. Eigentlich also eine moderne Sturm-und-Drang-Geschichte, und das Autoren-Paar Eva und Volker A. Zahn erlauben sich auch einige Querverweise auf Goethe und Plenzdorf. Die Lehrerin gibt Oliver eine Sechs, weil er „Die Leiden des jungen Werthers“ in Rap-Form interpretiert hat. Der junge Mann ist eine Art verhinderter Künstler wie der Edgar Wibeau in Ulrich Plenzdorfs „Die neuen Leiden des jungen W.“. Und Olivers unglückliche Liebe an der neuen Schule heißt natürlich Charlotte (Karolina Teska).
Doch Oliver will im Gegensatz zu Goethes Werther, der sich wegen Lotte selbst erschoss, lieber der Lehrerschaft an die Gurgel – wenn man seine extremen Texte wörtlich nimmt. Und wer kann dies den Lehrern verdenken, die sich auch im Sinne der Sicherheit der ihnen anvertrauten Schüler keinen Fehler erlauben dürfen? Aber wird hier ein heranwachsender Mensch nicht etwas leichtfertig stigmatisiert? Oliver rutscht immer tiefer in den Schlamassel, ein wenig Halt findet er bei Charlotte und beim Deutschrussen Micha (Fjodor Olev). Die Stärke des Films ist, dass er die Welt nicht in Gut und Böse teilt und die Motive aller Beteiligten differenziert darstellt.
Hauptdarsteller Ludwig Trepte beweist erneut sein enormes Talent. Die schwankende Gefühlswelt eines Heranwachsenden ist ihm nahe, das spürt man, doch zugleich ist da diese unerhörte Sicherheit vor der Kamera. Oliver ist mal aggressiv, mal zärtlich, sagt vor einer Mit-Insassin in der Psychiatrie seine Texte auf, was ihm ein bisschen peinlich ist, und rapt selbstbewusst in der Russen-Disco. In keiner Sekunde wirkt Trepte in dieser Rolle gekünstelt und nicht präsent. „Vielschichtige Typen geben mir als Schauspieler mehr Futter“, sagt Trepte wie ein alter Hase. Wie gut auch fürs Publikum, wenn sein Hunger weiter gestillt wird.
— „Tagesspiegel“
Auch wenn Marcel Reich-Ranicki und Elke Heidenreich sich das jetzt nicht recht vorstellen können und vielleicht wirklich daran glauben, dass jeder Erzählstoff automatisch vor die Hunde geht, wenn er sich statt zwischen zwei Buchdeckel auf einen flachen Bildschirm wagt: Sie existieren sogar im Fernsehen, die Momente, in denen soziale Wirklichkeit künstlerisch überzeugend verarbeitet wird und sich Talente auf beglückende Weise offenbaren. Es gibt sie zu selten, aber sie sind da.
Produktionen, die keineswegs „verblödet“ „kulturlos“ und „lächerlich“ (E. Heidenreich) sind, lassen sich beispielsweise überdurchschnittlich oft am Mittwochabend im Ersten entdecken. Vor einer Woche lief dort „Einer bleibt sitzen“, eine sensible Geschichte um das Thema Freundschaft. Jetzt folgt das herausragende Adoleszenzdrama „Ihr könnt euch niemals sicher sein“. Es geht um einen Jungen, der in den Verdacht gerät, an seiner Schule einen Amoklauf zu planen. Und auch dieser Film ist keine reißerische Billigware von der Stange, sondern eine reiflich überlegte, sorgfältig inszenierte und exzellent gespielte Studie über die schleichende, aber urplötzlich bedrohlich evidente Entfremdung zwischen den Generationen.
Das Besondere an diesem Film ist das Gleichgewicht, das Nicole Weegmann (Regie), Eva und Volker A. Zahn (Buch) damit halten. Einerseits artikulieren sie Olivers Drang nach Selbstfindung und Abgrenzung („Ich habe keine Lust, wie ein enthirnter Klon zu funktionieren.“), der sich wie bei vielen Jugendlichen konträr zum starken Bedürfnis nach Verständnis und Vertrauen entwickelt. Doch deshalb stehen die Älteren hier noch lange nicht als Vertreter einer ignoranten und hysterischen Spießerwelt am Pranger. Die schlimmsten Befürchtungen erscheinen nach den Katastrophen von Littleton, Erfurt oder zuletzt in Finnland durchaus legitim. Olivers Vorliebe für widerwärtige Computerspiele muss hier nicht als eindimensionale Begründung für Gewaltfantasien herhalten, sondern dient vor allem dazu, das Ausmaß des gegenseitigen Unverständnisses zu illustrieren.
Olivers Eltern (sehr authentisch: Jenny Schily und Jürgen Tonkel) finden sich einfach nicht in der Welt zurecht, in der ihr Sohn gerade nach Orientierung sucht. Sie haben keine Ahnung, warum er welche Filme guckt. Seine Sprache macht ihnen Angst. Die Mutter wird darüber immer hilfloser. Der Vater reagiert mit Desinteresse und gibt sich abgebrüht. So sei die Jugend eben, sagt er. Über spätpubertäre Gewaltexzesse habe Johnny Cash doch schon vor über fünfzig Jahren gesungen: „I shot a man in Reno just to watch him die.“ Auch das Lehrerkollegium erscheint überfordert, als es entscheiden soll, ob Oliver nach seiner Entlassung aus der Psychiatrie wieder an die Schule zurück darf: „Vielleicht haben wir deshalb Angst vor ihm, weil wir ihn nicht kennen.“
Dass diese Geschichte nie aus der Balance gerät, liegt an Ludwig Trepte, der in selten gesehener Weise die Wut und Verletzlichkeit eines Heranwachsenden in sich vereint, ohne dabei je in ein Extrem zu kippen und den Protagonisten entweder zu heroisieren oder zu denunzieren. Oliver bleibt bis zum hochdramatischen Finale ein Rätsel, und seine trotzige Feststellung: „Ihr könnt nicht in mich reingucken. Ihr könnt euch niemals sicher sein“ gilt letztlich auch fürs Publikum.
— „Die Welt“
Ein ernsthaftes, packendes Jugenddrama im sozialen Umfeld einer auf Mobbing trainierten Konkurrenz-Gesellschaft, aufgeschreckt durch aktuelle Ängste vor amoklaufenden Schülern, die ihrem Geltungswahn Aufmerksamkeit verschaffen wollen – und eskalierend durch eine Schüler-Urerfahrung aus dem Deutsch-Unterricht: null Punkte für die Kreativen, null Punkte für Sprachfantasie. Besonders sensibel geht der Film mit den erschrockenen, ungläubigen Reaktionen der Eltern um – zumal sich in den Unterwerfungs-Reflexen des Vaters dessen eigener beruflicher Misserfolg spiegelt. Er versteht den Sohn, hat aber gelernt, sich zu ducken. Ein Familiendrama also im weiteren Sinne, behutsam und genau, sorgfältig austariert zwischen Lehrermacht und Schülerwut. Und stets ist das Umkippen in die Tragödie möglich.
— Ponkie, „Abendzeitung“
Ein packendes Drama, dass trotz der völlig unterschiedlichen Handlung eine womöglich zeitgemäßere Adaption von Goethes „Werther“ war als kürzlich der gleichnamige Film von Uwe Janson.
— „Aachener Zeitung“
Das war mehr als ein Thesedrama über eine mögliche Amok-Tat. „Ihr könnt euch niemals sicher sein“ beackerte vielmehr ein sozial sehr viel weiteres Feld, ging psychologisch tiefer und war zugleich großes TV-Kino.
— „Dresdner Neueste Nachrichten“
Eine Stärke des Fernsehfilms besteht darin, schnörkellos ein Drehbuch zu inszenieren, das die Sichtweise sowohl der Jugendlichen als auch der Erwachsenen miteinander vereint. Dazu führt Regisseurin Nicole Weegmann aus: „Als ich das Drehbuch las, beeindruckte mich sofort die Ambivalenz der Figuren und wie stark sich die Geschichte in die Welt der Erwachsenen einfühlt und gleichwohl dennoch die Perspektive des jugendlichen Protagonisten einnimmt. Dieser vielschichtige und multiperspektivische Ansatz war für mich die große Herausforderung bei dieser Regiearbeit.“
— Die Tagespost
Den Drehbuchautoren Eva und Volker A. Zahn ist es großartig gelungen, überzeugend die Perspektiven zu wechseln. Man kann sich nicht nur in Oliver hineinversetzen, sondern ebenso in seine Lehrer, seine Eltern und seine Freundin. Intensität und eine wohltuende Unaufgeregtheit schließen sich hier nicht aus, sondern münden in einen Film, der sich auf Stufe stellt mit dem Grimme-Preis-gewürdigten „Guten Morgen, Her Grothe“. Da darf auch die Jury des deutschen Fernsehpreises wieder den Notizblock zücken.
— Neue Osnabrücker Zeitung
Manchmal ist die Realität so tragisch, dass ein ernsthafter Film sie fast nicht mehr einholen kann. Olivers Geschichte gewinnt gerade deshalb an Intensität, weil sie nicht versucht, die Grenzen des Vorstellbaren zu sprengen. Sie erzählt von einem Jugendlichen mit ganz normalen Problemen. Doch wer kann sich darin schon sicher sein?
— „Süddeutsche Zeitung“
Wie ähnlich Abiturient Oliver Goethes Werther ist, lässt Eva und Volker A. Zahns Drehbuch rasch erkennen. Da stehen junges Ungestüm, Talent und Verlangen nach Verständnis der Unwissenheit und dem Eigensinn Älterer – ob sie nun Pädagogen, Polizisten oder Eltern sind – krass gegenüber. Erst wenn Letztere fast alles verbockten, was im Umgang mit jungen, schuldlos Ausgegrenzten verbockt werden konnte, führt späte Einsicht zur noch möglichen Versöhnung. Selten wurden in einem Fernsehspiel Fragen nach den Gründen für junge Rebellion so detailliert und gefühlssicher beleuchtet und beantwortet, wie in Nicole Weegmanns Inszenierung eines Stoffes, der Methoden der «Seelen-Medizin» einer schonungslosen Prüfung unterzieht. Verletzungen seiner Menschenwürde spiegeln sich in Gestik und Mimik von Ludwig Trepte so grausam, dass seine Schmerzen vom Zuschauer Besitz ergreifen. Den bis in kleinste Chargen 1a-besetzten Figuren um ihn schaut Judith Kaufmanns Kamera genau ins Herz.
— „Frankfurter Neue Presse“
Ein Vorzeigeprodukt für anspruchsvolle Filmunterhaltung.
— „Funkkorrespondenz“
Eindrucksvolles, bedrückendes Drama, das die mögliche Bedrohung durch jugendliche Amokläufer ebenso wenig verharmlost wie die dramatischen Folgen kollektiver Hysterie.“
— „Der Spiegel“
Diesmal war es ein kleines Jubiläum – zum zwanzigsten Mal fand das Fernsehfilm-Festival in Baden-Baden (vormals: „Tage des Fernsehspiels“) statt. Die festliche Atmosphäre kam bereits durch das Kurhaus zustande, in dessen prächtigem Runden Saal die für den Wettbewerb nominierten Filme aus dem letzten Jahr, zwölf an der Zahl, gezeigt und die öffentlichen Jury-Debatten geführt wurden. Der Zuschauerraum war stets voll, der Andrang groß, die Stimmung erwartungsfroh.
In Baden-Baden hatte die öffentlich tagende Jury unter den zwölf Werken einen einzigen Preisträger zu ermitteln. Man schaute gemeinsam einen Film, danach diskutierte die Jury. Sie sei hier kurz vorgestellt: Vorsitzende war Fernsehkritikerin Klaudia Wick, die ihren Überblick, ihre Programmkenntnis, ihre Fähigkeit, die Kollegen zu Stellungnahmen zu ermuntern und selbst differenziert zu urteilen, schon oft unter Beweis gestellt hat. Bei ihr auf dem Podium saßen Anja Dihrberg, Casting-Spezialistin aus Berlin, Hans Jürgen Drescher vom Suhrkamp Verlag, Abteilung Theater und Medien, Frankfurt, Hendrik Handloegten, Regisseur aus Berlin, Schauspielerin Eva Mattes, ebenfalls aus Berlin und der Übersetzer und „Pooh’s Corner“-Autor Harry Rowohlt aus Hamburg.
Die schwierige Aufgabe der Jurymitglieder bestand darin, nach jeder Sichtung ein wohlbegründetes Urteil aus dem Ärmel zu schütteln, sich kurz zu fassen und doch starke Gründe darzulegen, das Publikum und vielleicht auch die Kollegen zu überzeugen und dabei noch Pointen zu setzen. Diese ganze Kür war (und ist immer in Baden-Baden) deshalb so heikel, weil die Macher in der Regel anwesend sind und sich auch selbst äußern sollen, zuvor aber Lob und Tadel „von oben“ über sich haben ergehen lassen müssen.
Generell jedoch gilt, was die Vorsitzende Klaudia Wick der Berichterstatterin zu Protokoll gegeben hat: „Da hat ein Team ein Jahr oder länger gearbeitet, um so einen Film zustande zu bringen. Und der Respekt vor dieser Arbeit muss immer die Grundlage der Beurteilung bleiben.“ 
Der erste Tag begann mit „Ihr könnt euch niemals
sicher sein“ (ARD/WDR), ein Film, der das Thema Schule und Amoklauf aufgreift. Allerdings bleibt es beim bloßen Verdacht, dass in Rapper Oliver, der durch schräge, scheinbar gewaltaffine Texte auffällt, ein solcher Täter stecken könne. Die Psychiatrie soll Klarheit schaffen, führt aber nur zur (später) unheilvollen Begegnung des Jungen mit einer suizidalen Patientin. Der traurige Film, in dem fast alles, was schiefgehen kann, auch schiefgeht und Oliver am Schluss einer ungewissen Zukunft entgegenstiefelt, war so gut gemacht und brillant gespielt und so aufregend und aufrichtig erzählt, dass sich die Jury geschlossen begeistert zeigte. Kaum war das Festival gestartet, hatte es schon seinen Favoriten.
— Barbara Sichtermann in „epd medien“ über das Fernsehfilmfestival Baden-Baden
Die Handlung wirkt konstruiert, die Dialoge gestelzt und die Botschaft kommt mit dem Holzhammer daher: Lerne deine Kinder und Schüler kennen!
— Christina Laußmann, „Märkische Oderzeitung“
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Das Duo - Verkauft und verraten
Ein Sohn wirft seiner Mutter vor, dass sie in letzter Zeit nicht rausgekommen sei aus ihren vier Wänden, seine Vorwürfe gipfeln in den Worten: „Hast du mal ein Buch gelesen? Oder eine vernünftige Zeitung? Nein! Du bist ungebildet und dumm!“ Wie reagiert man da? In dem man sich einen derartigen Ton verbietet? Die von Corinna Harfouch gespielte Mutter macht es anders. Sie reagiert in einer überraschenden Weise, wie man es im deutschen Fernsehen nicht oft sieht, aber gerne öfter sehen würde, weil man tatsächlich einmal den Eindruck hat, dass man sich, wie man so sagt, durchaus eine Scheibe abschneiden könnte von einem derart modernen und selbstbestimmten Verhalten.
Manchmal entpuppt sich ein ganz normaler Samstagabendkrimi als ungewöhnlich fesselnder Film. „Verkauft und verraten“, die neue Folge der ZDF-Krimireihe „Das Duo“ erzählt eine unvorhersehbare Geschichte (Buch: Eva und Volker A. Zahn) über den Lübecker Hotelier Mundorf, der in Finanznöte geschlittert ist, sein Haus verkaufen muss und nach einigem Pokern das hohe Angebot des der rechten Szene zugehörigen Berliner Verlegers Dreesen anzunehmen entschlossen ist. Ein Entschluss, der für lauten Protest in Lübeck sorgt und darüber hinaus Mundorfs eigene Familie spaltet.
Auf dem Weg zur Unterzeichnung des Kaufvertrags wird der Hotelier ermordet, und der Krimi entwickelt sich zu einer Studie seiner Frau Anna Mundorf, die noch ganz unter dem Eindruck des wenige Tage zurückliegenden Todes ihrer schwerekrank und Pflegefall gewesenen Tochter steht. Sie weint nicht und schreit nicht, sie wirkt somnambul und kann mit einer Schusswaffe Herrin der Situation werden – Corinna Harfouch verkörpert die wesentlich tragische Figur außerordentlich und eindrucksvoll. Sie scheint im Lauf der Geschichte aufzuwachen, allerdings so, dass man am Ende unsicher ist, ob nun sie sich entwickelt hat, oder ob alles absichtlich so inszeniert war, dass man eben nicht schon auf den ersten Blick alles begreifen sollte.
— „Süddeutsche Zeitung“
Der Fall ist hart an der Realität entlang gestrickt: Ein insolventes Hotel vom Stil moderner Schlichtbau muss verkauft werden. Der Besitzer verhandelt mit einem Rechtsaußenanwalt, aus dem Objekt soll ein Schulungszentrum für Neonazis werden.
Doch hier enden die Parallelen mit Delmenhorst: Wir sind in Lübeck, die Ermittlerinnen heißen Marion Ahrens und Clara Hertz, und der Hotelier liegt plötzlich erschossen neben dem pfändungsbedrohten Porsche in der Tiefgarage. Was sich dann entfaltet, ist ein Familienbild - so faszinierend wie bedrückend: Die Mutter, die sich zuletzt nur um die an einer seltenen Krankheit leidende Tochter kümmern konnte. Die beiden anderen Kinder, Antipoden in der politischen Auseinandersetzung um den Hotelverkauf - er pseudo-rechts, sie - kaum glaubwürdiger - Antifa. Und über allem der tote Vater, der ein liebevoll verbohrter Hallodri war. Corinna Harfouch als Mutter dominiert ihn mit einer atemberaubenden Brillanz.
— „die tageszeitung“
Eine geschickt konstruierte Geschichte mit überraschenden Wendungen und sehenswertem Titelduo.
— „Stuttgarter Zeitung“
2006 sorgte der geplante Verkauf eines Hotels in Delmenhorst bundesweit für Schlagzeilen, weil es von Rechtsradikalen in ein Schulungszentrum umgewandelt werden sollte. Dieser Skandal könnte eine der Inspirationsquellen des Autorenduos Eva Zahn und Volker A. Zahn bei dem Drehbuch zu "Das Duo - Verkauft und verraten" gewesen sein: der Hotelier Kaspar Mundorf wird ermordet. Dass er sein Hotel an Rechtsextreme verkaufen wollte, ist das schlagende Motiv für den Mord. Die Kommissarinnen Marion Ahrens (Charlotte Schwab) und Clara Hertz (Lisa Martinek) ermitteln dennoch in verschiedene Richtungen und stoßen nicht nur auf einen Erpressungsfall, sondern auch auf eine schicksalhafte Familiengeschichte, in deren Zentrum die Hoteliersgattin Anna (Corinna Harfouch) steht.
„Das Duo“ setzt weniger auf Spannung, als auf das intensive Entblättern des Falles. Dabei ist Corinna Harfouch die zentrale Figur. Wie sie nach dem Tod ihrer lange erkrankten Tochter und ihres Mannes aus einem Schock aufzuwachen scheint, erstmals wieder ihre anderen Kinder und deren Probleme wahrnimmt und sich dünnhäutig, aber entschlossen dem Schicksal stellt, ist wirklich sehenswert.
— „Blickpunkt:Film“
Stark!
— „Der Stern“
Rechtsextremismus ist oft eine schleichende Gefahr, und so wird sie hier auch dargestellt: leise, kaum Parolen, ohne Klischees. Neben den starken Ermittlerinnen überzeugt vor allem die großartige Corinna Harfouch.
— „Gong“
Dramatik, Tragik und tolle Darsteller. Eine Geschichte, die unter die Haut geht.
— „TV Movie“
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Bella Block - Mord unterm Kreuz
Ein Film, von Opfer bis Täter auf hohe Schauspielkunst eingestellt. Lebendig und selbst als Leiche jagt die bloße Erscheinung von Peter Fitz in der Rolle eines zwielichtigen katholischen Pfarrers Angst ein. Seine Haushälterin (Monica Bleibtreu) führt zärtlich und stolz das Drama der unerfüllten Liebe vor, das Ermittlerteam (Hannelore Hoger, Devid Striesow) trifft die richtige Mischung aus Genervtheit und Professionalität. Bei Sylvester Groth und Jürgen Tonkel sind menschliche Abgründe wie Alkoholismus und Raffgier in den besten Händen. Besseres als hier lässt sich aus der Institution deutscher Fernsehkrimi kaum machen.
— „Der Spiegel“
Alles ist hochrangig an diesem Krimi. Der Regisseur Hans Steinbichler, das versierte Autoren-Duo Eva und Volker Zahn, die Kamera von Bella Halben, Gast-Schauspieler wie Monica Bleibtreu und Sylvester Groth und im Mittelpunkt immer wieder Hannelore Hoger als Bella Block. Es war wohl ein kleines Experiment. Wie viel Kino verträgt das Fernsehen? Wie viel Kunstfilm verträgt der Krimi? Ein interessanter Balance-Akt, der sich manchmal bedenklich zu der einen oder anderen Seite neigte, um sich dann doch wieder ins Gleichgewicht zu begeben.
— „epd medien“
Ungewöhnlich an diesem Fernsehfilm ist vor allem die unversöhnliche Kirchenfeindlichkeit, die sich explizit gegen die Katholiken richtet. Bella Block ergeht sich mehrfach in einer derart geharnischten Klerikalkritik, dass dies mit kriminalistischer Strategie kaum noch zu rechtfertigen ist. Gleichzeitig muss sie selber aber auch viele Anfeindungen einstecken, so dass die Figur fast demontiert wird. Tatsächlich sind ihre Selbstgerechtigkeit und ihr Rigorismus diesmal stellenweise fast unerträglich. Andererseits ist ihre Moral der Fels in der Brandung.
Die unstete Bildgestaltung von Bella Halben verdeutlicht den Zustand der Figuren: Die agile Kamera ist immer in Bewegung und fast schon sezierend nah an den Personen. Ungewöhnlich extreme Perspektiven etwa aus der Draufsicht sorgen wiederum für beobachtende Distanz, so dass die Geschichte (Eva und Volker A. Zahn, erst kürzlich mit einem ausgezeichneten Drehbuch für die erste "Duo"-Ausgabe mit Lisa Martinek) mitunter fast schon die Züge eines beobachtenden Experiments trägt.
— „Blickpunkt:Film“
Der Stoff hat einen realen Hintergrund: In den frühen Jahren der Bundesrepublik und bis in die Siebziger hinein war die große Mehrheit der Erziehungsheime in Deutschland in konfessioneller Hand. Um als „verwahrlost” oder „gefallen” zu gelten und in eine solche Institution zu geraten, reichte es in jenen Jahren oft, Kind einer allein erziehenden Mutter zu sein. Ohrfeigen waren dort nicht selten noch eine milde Form der Bestrafung. Die „schwarze Pädagogik” der unbarmherzigen Brüder und Schwestern sah auch schon mal vor, dass Kinder ihr Erbrochenes aufessen, auf scharfen Kanten knien oder harte Arbeit verrichten mussten. (...)
Das intelligente Filmskript des bewährten Duos Eva und Volker A. Zahn verpackt die Geschichte in einen klassischen Whodunnit-Plot: Da ist - neben der durch ihre Vertuschungsaktion verdächtigen Haushälterin - noch der alkoholkranke Gärtner (Jürgen Tonkel) des Heims, der damals zu den Misshandelten zählte und offensichtlich schwere psychische Probleme hat, aber nicht reden will. Und da ist der aktuelle Anstaltsleiter Dr. Jacob Groth (Sylvester Groth), ein smarter Gutmensch, der die "Erziehungsmaßnahmen" des Ermordeten verteidigt, selbst in zahlreichen Ehrenämtern aufgeht und sich an der Aufklärung des Falles sehr interessiert zeigt.
Zusammen mit dem durchweg exzellenten Ensemble gelingt es dem eigenwilligen Regie-Talent Hans Steinbichler („Hierankl”), derzeit mit „Winterreise” im Kino, in seiner ersten Fernseharbeit, daraus einen spannenden, düsteren Kriminalfilm zu machen. Er schafft es, sowohl die Kontinuität der seit 1994 auf Basis der Romanheldin von Doris Gercke existierenden Fernsehreihe in qualitativer Hinsicht zu wahren, als auch der Figur Bella in ihrem 21. Fall ein paar neue Facetten hinzuzufügen. (...)
Die Kirchenkritik steht Bella gut; das lange verdrängte Thema der traumatisierten Heimkinder verdient es, seriös aufgegriffen zu werden - zumal sich die Kirche mit der Anerkennung ihrer Schuld (oder gar einer Entschuldigung bei den Opfern) bis heute schwer tut. Dass Bella Block in „Mord unterm Kreuz” selbst permanente Höllenschmerzen durchleidet, passt da genauso zur düsteren Atmosphäre wie die gereizte Professionalität, mit der sie ihrem Assistenten begegnet, und die Schwergängigkeit der Ermittlungen. „Sie kommen zu spät”, sagt einmal ein Opfer zu der Kommissarin. „Das ist mein Schicksal”, antwortet ihm trocken Bella Block. „Aber jetzt bin ich hier und höre ihnen zu.”
Am Ende bespricht sie mit Simon auf der Straße tänzelnd die Aufteilung und Einrichtung ihrer neuen gemeinsamen Wohnung. Das allerdings ist allenfalls eine milde Schlusspointe. Am düsteren Gesamteindruck dieser starken Folge ändert es nichts.
— „Spiegel Online”
Die Bella Block-Fälle heben sich meist wohltuend vom TV-Durchschnitt ab - so auch in diesem Fall: Ein bis in die Nebenrollen großartig besetzter, ebenso spannender wie dramatischer Ausnahmekrimi. Intensiv und fesselnd.
— „TV Movie“
Das war mehr ein Psychodrama um kaputte Seelen, Schuld und tödliche Sühne als ein genormter Kriminalfall.(...) Ein athmosphärisch dicht gesponnenes Netz aus Schweigen, zerstörten Leben und Biedermännern. Bella Blocks Blick wird mürrischer und mürrischer.
— „Leipziger Volkszeitung“
Trotz ihrer quälenden Rückenschmerzen war Bella Block beziehungsweise Hannelore Hoger wieder einmal in Höchstform: grantig (wegen der Schmerzen) zum Kollegen, dickköpfig und eigenwillig ihrem Lebenspartner gegenüber, unerbittlich und wütend bei den Ermittlungen, die Kindesmisshandlungen im Namen der katholischen Kirche ans Tageslicht brachten, einsichtig, reuevoll und vorsichtig liebevoll am Ende. Eben eine Frau mit Ecken und Kanten, herzlich, aber mit Biss. Der Fall des ermordeten Pastors (Buch: Eva und Volker A. Zahn) führte konsequent und geradlinig in die Vergangenheit zurück, decouvrierte Lebenslügen und verdrängte Gefühle ohne psychologische Überfrachtung. Mit aussagekräftigen Großaufnahmen, oft von Gesichtern oder Händen, und ungewöhnlichen Perspektiven untermalte Regisseur Hans Steinbichler die bedrückende Atmosphäre. Eindrucksvoll.
— „Hamburger Abendblatt”
Eine harte, kraftvolle Abrechung mit fanatischer religiöser Kälte.
— Ponkie, „Abendzeitung München”
Die solide Inszenierung von Hans Steinbichler nach dem Drehbuch von Eva und Volker A. Zahn konnte sich sehen lassen. Dank der Wechselwirkung zwischen Autoren/Regie und Schauspielern, die bestens funktionierte. Jeder Darsteller kannte die Qualität der Vorlage und sorgte mit seinem Können für den Erfolg. (...) Es erfordert Mut, die katholische Kirche zu kritisieren. Schließlich sind wir Papst. Großes Lob an alle Beteiligten.
— „Sächsische Zeitung“
Ein Bravourstück.
— Barbara Sichtermann, Das Fernsehjahr 2006 im Rückblick
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Das Duo - Man lebt nur zweimal
Nach elf Fällen in vier Jahren machte sich Ann-Kathrin Kramer aus dem Staub. In Lisa Martinek fand man mehr als nur einen Ersatz. Die 34-jährige kühle Blonde spielt die neue Kollegin Clara Hertz mit viel Charisma. Gut auch, dass Eva und Volker A. Zahn, Edelfedern unter den TV-Krimiautoren, die Figur weniger harmonietrunken anlegten als die der Vorgängerin. Dazu ein mitreißender Mordfall und eine großartige zwölfminütige Verhörszene: Das macht Appetit auf mehr.
— „Hör zu“
Ein ausgezeichneter Krimi.
— „Blickpunkt:Film“
Spannend, vergnüglich, überraschend - Lisa Martineks Debüt als Kommissarin ist rundum gelungen, die Chemie zwischen ihr und Charlotte Schwab stimmt. Auf dem Höhepunkt des Films liefern sich die Powerfrauen mit dem Hauptverdächtigen ein derart raffiniertes Psychoduell, dass so mancher US-Polizei-Thriller dagegen alt aussieht.
— „Gong“
Absolut sehenswert.
— "Rheinische Post"
Die Neue am Lübecker Tatort kann sich sehen lassen. Mit neuer Frische und Szenen wie dem Verhörmarathon und dem Kleinbürger-Showdown wird „Das Duo“ vielleicht künftig noch mehr zu seinem Stil finden: eine Krimireihe aus der Normalität des Alltags und ungekünstelt wie seine Protagonisten.
— „Freie Presse Chemnitz“
Es gelang das kleine Kunststück, die neue Kommissarin gut einzuführen und dabei eine spannende Geschichte zu erzählen, die nie langweilig wurde.
— „Mitteldeutsche Zeitung“
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Ein starkes Team - Sippenhaft
Was „Ein starkes Team” da erzählte, war ein bürgerliches Familiendrama, dem der Krimimantel übergezogen wurde. Nie laut, immer dezent, aber so drückend, dass bisweilen die Luft zu schneiden war. Bilder einer kaputten Familie. Szenen aus einer Zeit kurz vorm Untergang. Da war es eine Freude zuzusehen.
— „Leipziger Volkszeitung“
Ein starkes Team für ein starkes Familiendrama: Wie die beiden Berliner Schnüffelnasen Otto und Verena die Firma und die Privatvilla einer Supermarkt-Machtsippe umkreisen, weil ein cyanid-vergifteter Joghurt eine Kundin das Leben gekostet hat, das hat den urigen Knackbiss schlauer Kneipenkenner. Eine spannende Katastrophe von Vater-Macht, Dünkel und skrupelloser Bürger-Tünche.
— Ponkie, „Abendzeitung München“
Erneut ging dem bewährten TV-Autoren-Paar Eva und Volker A. Zahn mit dem Fall „Sippenhaft” ein spannender Krimi von der Hand, der vor einem gesellschaftlich relevanten Hintergrund doch nur wieder dahin führt, wo es ja so oft endet: in den menschlchen Abgrund.
— „Freie Presse“, Chemnitz
Die stringent erzählte Geschichte trägt nahezu klassische Züge. Beste Krimiunterhaltung also.
— „Neue Osnabrücker Zeitung“
Krimi der Erfolgsautoren Eva und Volker A. Zahn: Spannend inszenierter Untergang einer Fabrikantenfamilie mit traurigem Schluss. Nebenbei bereiten die kleinen Geschichten um Sputnik – gespielt von Jaecki Schwarz – wieder großes Vergnügen.
— „Gong“
Im Vordergrund der Handlung steht nicht der Kriminalfall, sondern die menschlichen Abgründe, die im Verlauf der Story in der Famiie Bosbach auftreten. Das macht „Sippenhaft” zu einem spannungsgeladenen und interessanten Drama. Die Charaktere sind einzigartig und tiefgründig. Das Drehbuch überzeugt durchwegs, die Dialoge werden nie langweilig. All dies macht „Ein starkes Team – Sippenhaft” zu einer der besten deutschen TV-Produktionen der letzten Jahre.
— „Die Kritiker“
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Plötzlich berühmt
Die Geschichte um ein verkanntes Aschenputtel, das sich in eine erfolgreiche Prinzessin verwandelt, ist schon oft verfilmt worden. „Plötzlich berühmt“ schien in dieselbe Schublade zu passen: Abgebrühter Musikproduzent, der junge Menschen nur als „Produkt“ betrachtet, wollte aus dem völlig unbegabten Mädchen Cindy einen Pop-Star machen – einer Wette wegen, in der es um seine Existenz ging. Ein bonbonbuntes Kitsch-Märchen vor dem Hintergrund jener ebenso unzähligen wie unsäglichen Casting- und Popstar-Shows? Eben nicht, sondern ein munterer kleiner und gar nicht mal so unkritischer Film, über eine junge Frau, die letztlich genau wusste, was sie kann und wohin sie will.
— „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“
Dieser Film ist witziger als jede Casting-Show.
— „Rheinische Post“
Peinliche Musikshows wie „Deutschland sucht den Superstar“ und „Popstar“ provozieren per se schon eine Persiflage. So trat auch die Komödie „Plötzlich berühmt“ den entsprechenden Akteuren wie etwa Musikproduzent Dieter Bohlen kräftig auf die betuchten Füße. Mit viel Witz und Sinn für Details mimten Zoe Weiland das unbedarfte Pop-Sternchen und Stefan Jürgens den egozentrischen Musik-Mogul mit Star-Allüren. Sie lieferten sich einen abgedrehten und amüsanten Schlagabtausch. Aber nicht nur die Akteure belebten die Charaktere durch jede Menge Realitätsnähe und Ironie. Auch die ansprechende Machart des Films gefiel. Ein poppiges Musikbett rundete die gelungene Fernsehunterhaltung ab.
— „Freie Presse Chemnitz“
Zwar karikiert „Plötzlich berühmt“ die absurden Mechanismen des prominent Werdens, doch als Cindy wirklich Singen lernt, entlädt sich die Kritik in Versöhnlichkeit. Was als Farce angelegt ist, gerät zum Melodram. Dabei besitzt Cindys Geschichte durchaus eine zweite Ebene: Schließlich erzählt der Film nicht nur die Geschichte eines Popstars, sondern auch die der Sozialisation auf dem Arbeitsmarkt. Wer hineinkommt, wird geschmiedet, gebogen und getriezt. Wie gut er die Rolle als menschliches Produkt spielt, ist nicht so wichtig. Austauschbar ist jeder. Denn die Maschinerie des Marktes spuckt morgen schon den nächsten aus. Wie einen Popstar.
— „Frankfurter Rundschau“
Sympathisch gespielt und hübsch arrangiert – weit über Genre-Qualität.
— Ponkie, „Abendzeitung München“
Der Teenie-Traum, ein Pop-Star zu werden, wird hier kräftig gegen den Strich gebürstet. Das gelingt trotz unüberhörbarer kritischer Untertöne auf unterhaltsame Weise – vor allem dank wunderbar plastischer Figuren.
— „Gong“
Die Zutaten dieser Komödie: Bezaubernde Darsteller, subtiler Humor und böse Seitenhiebe auf all jene unsäglichen Retorten-Stars in den deutschen Hitparaden. (…) Wenn Cindy trainiert, dabei Rythmus und Takt vollkommen ignoriert, entspinnt sich aus ihrer Hilflosigkeit immer eine leise Komik. Und wenn sie in der kitschigen Mietwohnung in Köln-Chorweiler mit ihrer exaltierten Mutter und der süßen 1. FC Köln-fanatischen Schwester Louise vor der Glotze sitzt, betreibt „Plötzlich berühmt” Sozialstudien mit Augenzwinkern. Eine herrliche Komödie, der auch das kitschige Ende nichts an Reiz nimmt.
— „Lübecker Nachrichten“
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Ein starkes Team - Lebende Ziele
Hinter dem Täterrätsel tritt eine Gesellschaftsstudie hervor, in dem die psychoökonomische Gemengelage im Kiez aufgeschlüsselt wird. Zahnersatz und Taubendreck, verwahrlostes Hauseigentum und Ausbildungsplatzmisere sind nur einige von vielen miteinander verzahnten Faktoren dieses aufklärerischen Werks (Buch: Eva Zahn und Volker A. Zahn, Regie: Peter F. Bringmann). Seit elf Jahren läuft „Ein starkes Team“ nun schon, heute bereits die 29. Folge. Im Gegensatz zu schickeren ZDF-Samstagskrimis schlägt die Serie, die den rustikalen Charme einer Eckkneipe versprüht, in der Schultheiss ausgeschenkt wird, kaum Wellen. Die beiden Hauptakteure Maja Maranow und Florian Martens spielen ihre Rollen so, wie Stammgäste am Tresen hocken: Hier ist unser Platz, hier kriegt uns keiner weg. Doch in der Sicherheit mehr als solider Quoten hat man jetzt eben auch zu einem schlüssigen Konzept gefunden. So ist „Lebende Ziele“ zu einem Lehrstück über Solidarität und Sozialneid in Reformdeutschland geraten.
— „die tageszeitung“
Spritzige Dialoge, leise Zwischentöne, authentische Figuren.
— „Gong“
Ursprünglich als Krimikomödie entworfen, gehört „Ein starkes Team“ nun schon seit elf Jahren zum festen Ensemble des Samstagskrimis im ZDF. „Lebende Ziele“ ist bereits der 29. Fall des gemischten Doppels, das nach wie vor keinerlei Abnutzungserscheinungen aufweist. Das dürfte auch an der Sparsamkeit liegen, mit der das ZDF das gerade auch bei jüngeren Zuschauern enorm beliebte Duo ermitteln lässt: Fast ein Jahr lang musste man auf einen neuen Fall warten. Natürlich war der jüngste Film bei dem Krimi-Routinier Peter F. Bringmann in besten Händen, doch hatte er auch eine gute Vorlage: Die Geschichte von Eva Zahn und Volker A. Zahn wimmelt nur so von reizvollen Figuren und kleinen Ereignissen am Rande, die mit der eigentlichen Handlung kaum etwas zu tun haben.
— „Stuttgarter Zeitung“
Begeistert mit lockeren Sprüchen und charmanten Scharmützeln.
— „TV Spielfilm“
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Ein starkes Team - Blutsbande
Der Paukboden einer Berliner Burschenschaft ist in diesem Krimi (Buch: Eva und Volker Zahn, Regie: Johannes Grieser) mehr als nur die Stätte gestriger blutiger Rituale. Das Ermittlerteam (unter anderen Maja Maranow, Florian Martens, Leonard Lansink) bekommt heraus, dass dort ein Verbindungsmitglied heimtückisch erstochen wurde. Den Autoren und dem Regisseur ist mehr gelungen, als die Klärung eines Mordfalls zu zeigen. Sie führen in der Figur des Ermittlers Otto (Martens) den proletarischen Hass eines im Ost-Berliner Viertel Marzahn Aufgewachsenen gegen reaktionäre Wessis vor. Instinktiv ergreift der Kommissar die Partei eines Hochverdächtigen aus dem Osten (Richard Kropf), der als „Leibfuchs“ von West-Burschenschaftlern geknechtet wird.
— „Der Spiegel“
Natürlich hat die Herausforderung, den 25. Jubiläumsfall zu einem besonderen zu machen, das starke Team beflügelt. Der Mord an einem Burschenschafter spült nicht nur zwischen Otto und Verena alte Berührungsängste hoch, er birgt auch ansonsten sozialen Sprengstoff genug, um Spannung und Niveau hochzuhalten. Ein raffiniertes und hoch emotionales Puzzle.
— „Gong“
Diese Folge von „Ein starkes Team“ war wie aus dem Krimi-Lehrbuch. Ein erstklassiges Thema, ein durchgängiger Spannungsbogen und tolle Schauspieler – bleibt nur die Frage, ob das „starke Team“ dieses hohe Niveau auch in den nächsten Folgen halten kann.
— „Braunschweiger Zeitung“
Kompliment! Maja Maranow und Florian Martens bewährten sich auch im 25. Fall. Dank eines geschickt polarisierenden Drehbuchs lief die Geschichte fast wie von selbst.
— „Rhein-Zeitung“, Mainz
Eine glaubwürdige Milieustudie, verpackt in einen spannenden TV-Krimi, der dem Jubiläum alle Ehre machte
— „TZ“, München
Die Autoren Eva und Volker A. Zahn erzählen aber weitaus mehr als die Aufklärungsgeschichte eines heimtückischen Mordes. Wie in einem guten Krimi, feinfühlig arrangiert von Regisseur Johannes Grieser, wird der Paukboden der Berliner Burschenschaft zum Medium für soziale Reflexionen. Hinzu kommt die durchgängig gelungene vVerbindung von Spannung und Humor.
— „Nordkurier“
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Ein starkes Team - Kinderträume
Die markante ZDF-Reihe „Ein starkes Team“ glänzte im Krimi „Kinderträume“ mit differenzierten Erfahrungen zum Thema Adoptions-Vermittlung: Otto und Verena (Florian Martens und Maja Maranow), wie immer mit kühlem Witz und schneller Berliner Frech-Schnauze, fuhrwerkten sich grimmig an allen Vorurteilen über Babyverkauf und Geschäftemacherei mit Elternwahn vorbei und entdeckten mehrere „Wahrheiten“ hinter der Wahrheit. Ein spannendes Fahnderstück für zwei originelle Kripo-Stacheltiere.
— Ponkie, „Abendzeitung München“
Ein Highlight aus der Reihe um die sympathischen Berliner Ermittler.
— „TV Today“
„Es gibt immer mindestens zwei Wahrheiten“, meint Kindervermittlerin Maria Geller in dieser Folge der Reihe. Die Autoren Eva und Volker A. Zahn sind übertrieben bemüht,diese Erkenntnis zu vermitteln. Ein gut gespielter Krimi, der zu sehr auf Moral und Freaks setzt.
— „Gong“
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Kolle - Ein Leben für Liebe und Sex
In den alten Zeiten, liebe jüngere Leser, wo in der Liebe fast nichts geholfen hat, erschien eines Tages ein „Liebeslehrer der Nation“. Der hieß Oswalt Kolle, schrieb Drehbücher, und seine Filme sahen über 50 Millionen Zuschauer. Dieser Kolle lehrte, was in jener „ längst vergangenen? “ Zeit nicht alle wussten: dass Homosexuelle nicht des Teufels sind, dass zur Liebe Zärtlichkeit gehört, dass der Mann beim Geschlechtsverkehr nicht zu schnell fertig werden soll und dass Eifersucht eigentlich lächerlich ist. Wer diese Kinoweisheiten begriff, der hätte keine Probleme mehr mit der Liebe, waren sich die Aufklärer sicher und überlieferten dieses schöne wie schlichte Märchen. Wie kann man es heute nacherzählen, ohne einerseits die historische Leistung Kolles zu unterschätzen und andererseits sich nicht über die Naivität seiner Liebesrezepte lustig zu machen? Die Drehbuchautoren Eva und Volker A. Zahn entscheiden sich in diesem überdurchschnittlichen Film für das Private. (…) Zu Recht verzichtet das Buch auf die Ausbreitung politischer Aspekte. So spannenden sind die 68er Phrasen über Sex heute nicht mehr.
— „Der Spiegel“
Der Titel versprach Schreckliches, ein Melodram oder ein Heldenepos. Doch es wurde ein schöner, leichter, witziger und politischer Film
— Henryk M. Broder, „Der Tagesspiegel“
Ein gelungener Film, ein außerordentliches Fernsehvergnügen!
— Fritz Tietz, „Tip Berlin“
Das war ein schöner, ein liebevoll ausgestatteter, ein zärtlich inszenierter, ein kurzweiliger, ein lehrreicher, ein lustiger, ein nachdenklich stimmender Film. Geht mehr?
— Torsten Körner, „Funkkorrespondenz“
Dem Autorenehepaar Zahn ist gemeinsam mit Regisseurin Susanne Zanke ein markantes Zeit- und Sittengebilde gelungen. Das Team ist nicht der Versuchung erlegen, das sicherlich illustre Leben des heute 73 Jahre alten Oswalt Kolle anekdotenhaft zu verfilmen. Vielmehr ist es ihm gelungen, Privates und Politisches dramatisch miteinander zu verbinden.
— Helga Ihlau, „Kölner Stadt-Anzeiger“
Regisseurin Susanne Zanke gelang ein prickelndes Zeitportrait aus Jahren, die uns umso ferner scheinen, je intensiver wir sie selbst noch erlebt haben, und das Autorenpaar Eva und Volker A. Zahn meisterte die schwierige Aufgabe, im Ausschnitt weniger Monate die ganze Kolle-Problematik, beruflich wie privat, einzufangen, ohne platte Schulfunk-Anschaulichkeit.
— Paul Barz, „Hamburger Abendblatt“
Welche Folgen eine solche Fiktionalisierung für die visuelle Erinnerungsarbeit des Fernsehens hat, zeigt der Film über Oswalt Kolle nun in exemplarischer Deutlichkeit: Die Geschichte verformt sich. Sie muss zwangsläufig die symetrische Struktur eines Spannungsbogens annehmen. Denn eine geschlossene fiktionale Handlung braucht immer einen klar durchkomponierten Erzählstrang. Ganz offen räumen die beiden Drehbuchautoren, Eva und Volker A. Zahn, ein, „in Kolles Biografie nach Dramapotenzialen“ gesucht zu haben. Und nicht etwa in seiner journalistischen Biografie werden sie fündig, sondern in seinem Privatleben. (…) Dass hier das etwas peinliche Lachen über das ernsthafte Nachvollziehen triumphiert, ist ein Verlust. Es degradiert ein Stück bundesrepublikanischer Zeitgeschichte zum brillant inszenierten Kostümfilm. Dabei könnte das Fernsehen doch so viel mehr. Aber vielleicht will es das ja gar nicht?
— Klaudia Brunst, „die tageszeitung“
Der Fernsehfilm beschwört den Zeitgeist vergangener Jahrzehnte herauf und beschreibt gesellschaftliche Entwicklungen im Spannungsfeld von Revolte und Reaktion. Keine zeitgeschichtlich überladene Unterrichtsstunde mit dokumentarischem Anspruch, konzentriert er sich auf einen kurzen Lebensabschnitt, in dem Kolles private und politische Kämpfe, komödiantisch und beschwingt, hoch verdichtet werden. Ein sorgfältig ausgestatteter, kurzweiliger und nachdenklich stimmender Film.
— „Das Zweitausendeins Filmlexikon“
„Kolle - ein Leben für Liebe und Sex“ ist - trotz seines etwas plakativen Titels - eine gelungene, launige Studie der deutschen Gesellschaft Ende der 60er Jahre und eine Charakterisierung eines ihrer bis heute berühmten Protagonisten. Das Autoren-Team Eva und Volker Zahn, dem der echte Oswalt Kolle als Berater zur Verfügung stand, unterliegt erst gar nicht dem Versuch, ein „Biopic“ zu erstellen. Vielmehr wird in anschaulichen, zumeist authentisch nachgezeichneten Szenen ein Eindruck der sozialen und politischen Strömungen im Deutschland der späten 60er Jahre gezeichnet. Der Erzählton des von Susanne Zanke inszenierten 90-Minüters ist überwiegend heiter-ironisch, lässt jedoch in der Darstellung der Beziehungskrise des Ehepaars Kolle auch die nachdenklichen Zwischentöne nicht vermissen. Pointiert und mit überzeugenden Dialogen wird der Konflikt des Aufklärers Kolle mit den konservatitven Autoritäten dargestellt. Geschickt eingewobene Original-Ausschnitte aus Werken wie „Deine Frau - Das unbekannte Wesen“ oder „Das Wunder der Liebe“ verdeutlichen noch einmal, wie harmlos - aus heutiger Sicht - die damaligen Steine des Anstoßes wirklich waren. Bei der Darstellung der linken Studentenszene, in die sich Kolle im Zuge seiner Beziehung zu Christiane begibt, greifen die Macher des Films zeitweise arg tief in den Klischee-Topf aus Hasch-Konsum, indischer Musik und Anti-Kapitalismus, ohne damit jedoch den positiven Gesamteindruck zu schmälern.
— „Blickpunkt:Film“
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No Sex
Das Kölner Autorenpaar Eva und Volker A. Zahn beeindruckt bei seinem Komödiendebut mit pointierten Dialogen und gut getimter Situationskomik. Die Lovestory ist nicht realistisch, sie funktioniert wie das Leben: Manche Dinge geschehen eben, ob man will oder nicht.
— „Hör zu“
So gehen der impotente Liebhaber Paul (Kai Scheve) und seine Flirt-Partnerin Isabell (Nadja Uhl), die am Ende alles (auf)richten wird, in allzu aufwendiger szenischer Ausstattung unter. Dominiert einmal nicht die Teekanne – ach was ist es so gemütlich bei Dir! – gibt es gnadenlos Action, frei nach dem Motto: Ich bremse auch für Hunde.
— „Frankfurter Rundschau“
No Sex ist nicht nur der Versuch, dass alte Thema "neue Männlichkeit" in einer Mischung aus sozialpsychologischem Lehrstück und überladenem Werbeclip abzuhandeln. Gleichzeitig rumort es in diesem Film, wie’s wohl schon die Liebestrankzutaten in mittelalterlichen Hexenkesseln taten: Leistungsdruck, Arbeitslosigkeit, Existenzgründung, Viagra, Vater-Sohn-Konflikt, Herkunftsschuldgefühle, Rock’ n’ Ro1l, Drogen, Amerika, Emanzipation, Freundschaft, Verrat, Romantik und die große Liebe. Und wohl deshalb versinken die vielen intelligenten Themen samt Pointen in einer einzigen ermüdenden Reizüberflutung.
— „die tageszeitung“
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Bella Block - Auf der Jagd
Die knappen Dialoge aus dem Drehbuch von Eva und Volker A. Zahn sind zudem ein Genuss. Da ist kein Satz zuviel und jedes Wort an der richtigen Stelle. Hier wird dem Zuschauer nicht alles vorgekaut, sondern Raum für eigene Interpretationen gelassen.
— „Rheinpfalz“
„Auf der Jagd“ , realisiert von Markus Imboden, ist ein Film voll innerer und äußerer Spannung. Und eine Studie über die Merkwürdigkeiten des Lebens.
— „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“
Keine Hatz und schon gar kein Halali. Der Titel „Auf der Jagd“ setzt auf eine falsche Fährte. Ursprünglich sollte Bella Blocks fünfter Fall „Im dunklen Wald“ heißen. Das hatte was. Nicht nur, weil dort die grausamen Verbrechen verübt wurden, mit denen sie diesmal konfrontiert wird. Sondern, weil die unerläßliche Draufsicht auf „diesen verdammten Scheißwald“ vor den Toren Hamburgs, eingangs durch großzügige Kamerafahrten über die Baumwipfel symbolisiert, sich als trügerisch erweist. Unten, in Dorf und Gehölz, will sich das Dunkel um die Überreste eines vermissten Ehepaares nicht lichten. Im Gegenteil, nur ein paar hundert Bäume entfernt wird ein zweites Paar tot aufgefunden. Und dem kleinen Sohn der Toten hatte Frau Block recht gegeben, als der sie beschimpfte, versagt zu haben. Doch darüber zu philosophieren, dass man immer zu spät kommt, ist der Kommissarin Sache nicht; sie tut ihre Arbeit, bestimmt, knapp, fast lakonisch. Und wütend. Sie ist auf dem Holzweg, weiß es, verhaftet immer wieder einen Falschen, „weil ich den Richtigen nicht kriegen kann„, und bricht, ganz allein im Dorfgasthof, in Tränen aus. Wie Hannelore Hoger diese, ihre Bella Block erneut um Facetten bereichert, ist bewunderungswürdig: Die herb-süße Liebesgeschichte mit einem Literaturprofessor – für den Plot irrelevant, für die Figur unabdingbar – wird so beiläufig absolviert, daß dem Assistenten beim Morgenrapport fast das Marmeladenbrötchen aus dem Gesicht fällt. Die fortschreitende Emanzipation der Emanzipierten von Doris Gerckes Romanheldin lag den Drehbuchautoren Eva und Volker A. Zahn offenbar am Herzen. Bellas bekannt knappe Dialoge und ihre Methode der simplen Gegenfrage fallen durch große Präzision auf. Die Zahns lassen den grausigen Tathergang im Wald mit Bellas Assistenten nachstellen, und die gleichzeitige Erörterung der Vorgänge verfremdet das Ungeheuer1iche – zumal in Markus Imbodens schön stiller Inszenierung.
— „die tageszeitung“
Kleine Gesten, große Wirkung: einfach stark.
— „TV Spielfilm“
Sehenswert irritierend in Szene gesetzt vom Schweizer Regisseur Markus Imboden und ein vor allem auch in den sogenannten Nebenrollen hervorragend besetzter Fernsehfilm von selten hoher Binnenspannung. Bis zum Weinkrampf treibt es die nie zuvor ihrer drohenden Ohnmacht so bewusste Kommissarin, und was, zum Auftakt des Films, bloß ein törichtes und alkohollauniges Geplänkel schien, entlarvt sich im Nachhinein als vorweggenommenes Satyrspiel eines Ehedramas, das jahrelang für Glück nahm, was insgeheim eine Tragödie war.
— „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
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Koerbers Akte - Rollenspiel
Diese Besetzung (Hans Peter Korff) war symptomatisch für die Sorgfalt, mit der in „Koerbers Akte“ die Rollen verteilt waren, es entwickelte sich eine Teamleistung, die immer mehr an Dichte gewann. Regisseur Olaf Kreinsen pflegte die alptraumartige Atmosphäre des Krimis von Eva und Volker A. Zahn.
— „Süddeutsche Zeitung“
Koerber gerät in die Fänge eines Rollen-Spiels, Marke „The Game“. Sicher – nicht so aufwendig inszeniert wie der Hollywoodknaller – nicht einmal das ZDF-Budget kann da mithalten. Dafür aber ist die Story ein bißchen hinterhältiger, fieser.
— „Die Welt“
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Koerbers Akte - Tödliches Ultimatum
Story und Subplot sind gekonnt ineinander verzahnt, die Charaktere scharf konturiert: wie aus der (bösen) Welt gegriffen. Facettenreicher Krimi, in dem ziemlich alles stimmt.
— „TV Spielfilm“
Dennoch ist es nicht nur die sympathisch angelegte Titelfigur, die „Koerbers Akte“ einhelliges Lob bei Publikum und Kritik einbrachte: Durchaus komplex konstruierte Drehbücher sowie ein herausragender Martin Lüttge trugen ihren Teil zu einem Qualitäts-Format bei, das im Schnitt fünf Millionen Krimi-Fans verfolgten.
— „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“
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Mordkommission
Spannendes Thema, interessantes Team, witzige Dialoge, verblüffendes Finale – diese neue Serie startete vielversprechend!
— „Bild“
Zwischen Lilly und Ralf kracht es oft und heftig. Das macht Spaß. Denn die beiden Cops frotzeln, streiten, eifersüchteln mit so viel Charme und Wortwitz, dass sich ihre Ermittlungen wohltuend vom sonstigen Krimi-Einerlei abheben.
— „Hör zu“
Das Kunststück haben die Drehbuchautoren Eva und Volker A. Zahn fertiggebracht. Sie verbinden durchaus spannende Krimi-Plots mit komischen Elementen, und natürlich beeinflußt die Liebesbeziehung auch schon mal die Ermittlungsarbeit.
— „Westfälische Rundschau“
Vor allem die brillant geschriebenen, oft sehr witzigen Dialoge des Pärchens machen „Die Mordkommission“ zu einem Krimispaß, der seinesgleichen sucht.
— „TV Movie“
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Friedemann Brix - Eine Schwäche für Mord
Als Autor spannender Kriminalgeschichten gerät Friedemann Brix (Harald Juhnke) bei seinen Recherchen häufig selbst in gefährliche Situationen. Das Leben als Schreibtischtäter ist ihm zu langweilig, deswegen betätigt er sich als Amateurdetektiv. Seine kriminalistische Neigungen passen seiner Frau Helga, genannt Schnurzel (Gertraud Jesserer), überhaupt nicht. Sein bester Freund Bommel (Ben Becker), ein Mechaniker und Ex-Knacki mit guten Kontakten zur Unterwelt, steht im zur Seite. Durch die altbackene und langatmige Inszenierung wurde die Serie trotz brillanter Besetzung und witziger Ideen in den Drehbüchern ein Flop.
— „Der Fernsehkrimi im Netz“, Website der Medien- und Kommunikationswissenschaften der Uni Halle
Was das ZDF seinen Zuschauern von diesem Donnerstag an als neue Serie anbietet, ist, gelinde gesagt, eine Zumutung. In einem Möchtegernkrimi, der in seiner Simplizität wirkt, als sei er mit einem Lego-Baukasten konstruiert worden. Wäre das vom ZDF nicht eindeutig ernst gemeint, könnte man wenigstens lachen, etwa über Hark Bohm, der als Berliner Russenfürst ein deutsch-russisches Gemisch mit Hamburger Akzent von sich gibt; über Ben Becker als Brix-Freund Bommel, der als Automechaniker stets blitzsaubere Finger hat und mit seiner Designer-Brille eher einem Art-Director als einem Kfz-Mechaniker gleicht; über Holzschnitt-Dialoge, in denen man Bommel tatsächlich sagen hört: 'Die Unterwelt ist kein Disneyland für gelangweilte Dichter.
— „Rheinische Post“
Alle erdenklichen Krimi-Klischees werden mit Leichtigkeit durch den Kakao gezogen.
— „Kölner Stadt-Anzeiger“
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Bistro, Bistro
„Bistro, Bistro" sollte die deutsche Adaption von „Cheers" sein. Nachdem das ZDF schon an der schlichten Übersetzung des Originals („Prost, Helmut“) gescheitert war, ließ es auch die Chance zur späten Wiedergutmachung konsequent ungenutzt und setzte trotz renommierter Autoren wie Eva und Volker A. Zahn, Karl Heinz Willschrei und Peter Bradatsch statt auf Wortwitz und Situationskomik nur auf überzeichnete Schießbudenfiguren aus der Klischeeschublade.
— Stefan Niggemeier, Das Fernsehlexikon
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