

Bild © Christoph Meinschäfer Fotografie
Auszüge aus einem WDR-Interview mit den Drehbuchautoren Eva Zahn und Volker A. Zahn über ihren neuen Film „Schurkenstück“, den die ARD am 18. August um 20, 15 Uhr ausstrahlt:
Frage: Was hat Sie als Autoren an diesem Stoff besonders angesprochen?
V.Z.: Die Ausgangssituation dieser Geschichte, dieser dramatische Clash der Kulturen und Weltsichten auf engstem Raum: Hochkultur trifft Straße, Organisation trifft Chaos, die intakte Erfolgsbiografie einer Theater-Regisseurin trifft auf die verwüsteten Lebensläufe von sechs jungen Inhaftierten. Solche Fundamentalzusammenstöße setzen zwangsläufig Konflikte und Emotionen frei, mit denen wir eine Geschichte intensiv befeuern können.
E.Z.: Bei der Suche nach Stoffen ist für uns neben der obligaten Frage nach dem Drama-Potenzial einer Geschichte auch immer wichtig, ob wir etwas über den Zustand unserer Gesellschaft erzählen können. Es gab in den letzten Jahren insbesondere in Nordrhein-Westfalen wenig Gutes aus den Knästen zu berichten, und deshalb hat es uns umso mehr gereizt, hinter die Gitterstäbe zu gucken und diese fremde Welt mit ihren eigenen Gesetzen kennen zu lernen.
Frage: Hatten Sie eine besondere Herangehensweise an diese Knast-Geschichte?
V.Z.: Nein, wir haben zuerst das getan, was wir als gelernte Journalisten vor dem Schreiben eines Buchs immer tun: Recherchiert, uns ins Thema eingelesen und mit Fachleuten und Betroffenen vor Ort gesprochen. Wir haben dabei viel Unterstützung erfahren, vor allem in der JVA Siegburg und vom „Theaterlabor“ der JVA Schwerte.
E.Z.: Aber die Recherche war diesmal auch sehr besonders, mitunter auch besonders bedrückend, zum Beispiel, als wir in der JVA Siegburg in jener Zelle standen, in der ein junger Mann vor ein paar Jahren von seinen Mithäftlingen zu Tode gefoltert worden war.
Frage: Gab es für „Schurkenstück“ eine Vorlage aus der Realität?
E.Z.:Es gab keine konkrete Vorlage, aber es gibt bundesweit zahlreiche Theater-Projekte in Justizvollzugsanstalten.
V.Z.: Und natürlich haben wir uns mit den Biografien junger Strafgefangener beschäftigt, erschütternde Lebensläufe, die uns beim Finden und Ausformen unserer Charaktere geholfen haben.
Frage: Welche Botschaft möchten Sie den Zuschauern mit „Schurkenstück“ vermitteln?
E.Z.: Wir wollen keine Botschaften vermitteln, sondern eine gute und spannende Geschichte erzählen. Und wir glauben auch nicht, dass Theaterspielen aus Schwerkriminellen bessere Menschen macht oder den Weg zum sozialen Frieden ebnet. Aber Menschen im Knast neue Perspektiven aufzuzeigen oder ihnen dabei zu helfen, ungeahnte Fähigkeiten zu entdecken, macht in unseren Augen mehr Sinn als die Strafe aufs reine Wegsperren zu reduzieren.
V.Z.: Und weil jugendliche Straftäter von der Öffent- lichkeit oft nur dann wahrgenommen werden, wenn ein besonders grausames Verbrechen passiert, war es uns wichtig, den Inhaftierten jenseits medialer Verteufelungen ein menschliches Gesicht zu geben.
Frage: Sie sind ein Ehepaar und schreiben gemeinsam Dreh- bücher. Gibt es eine spezifisch weibliche und männliche Sichtweise bei dieser Geschichte?
V.Z.: Nein, es gibt in unserer Arbeit grundsätzlich keine geschlechterspezifische Aufteilung...
E.Z.: ...wobei das unbewusste Einfließen hormoneller Befindlichkeiten niemals auszuschließen ist. Und das ist auch gut so!
Ein Interview, das Volker A. Zahn anlässlich der TV-Premiere von „Schurkenstück“ dem WDR 3-Kulturmagazin „Resonanzen“ gegeben hat, finden Sie unter: http://www.wdr3.de/resonanzen/details/artikel/wdr-3-resonanzen-6a2545926b.html
Frage: Was hat Sie als Autoren an diesem Stoff besonders angesprochen?
V.Z.: Die Ausgangssituation dieser Geschichte, dieser dramatische Clash der Kulturen und Weltsichten auf engstem Raum: Hochkultur trifft Straße, Organisation trifft Chaos, die intakte Erfolgsbiografie einer Theater-Regisseurin trifft auf die verwüsteten Lebensläufe von sechs jungen Inhaftierten. Solche Fundamentalzusammenstöße setzen zwangsläufig Konflikte und Emotionen frei, mit denen wir eine Geschichte intensiv befeuern können.
E.Z.: Bei der Suche nach Stoffen ist für uns neben der obligaten Frage nach dem Drama-Potenzial einer Geschichte auch immer wichtig, ob wir etwas über den Zustand unserer Gesellschaft erzählen können. Es gab in den letzten Jahren insbesondere in Nordrhein-Westfalen wenig Gutes aus den Knästen zu berichten, und deshalb hat es uns umso mehr gereizt, hinter die Gitterstäbe zu gucken und diese fremde Welt mit ihren eigenen Gesetzen kennen zu lernen.
Frage: Hatten Sie eine besondere Herangehensweise an diese Knast-Geschichte?
V.Z.: Nein, wir haben zuerst das getan, was wir als gelernte Journalisten vor dem Schreiben eines Buchs immer tun: Recherchiert, uns ins Thema eingelesen und mit Fachleuten und Betroffenen vor Ort gesprochen. Wir haben dabei viel Unterstützung erfahren, vor allem in der JVA Siegburg und vom „Theaterlabor“ der JVA Schwerte.
E.Z.: Aber die Recherche war diesmal auch sehr besonders, mitunter auch besonders bedrückend, zum Beispiel, als wir in der JVA Siegburg in jener Zelle standen, in der ein junger Mann vor ein paar Jahren von seinen Mithäftlingen zu Tode gefoltert worden war.
Frage: Gab es für „Schurkenstück“ eine Vorlage aus der Realität?
E.Z.:Es gab keine konkrete Vorlage, aber es gibt bundesweit zahlreiche Theater-Projekte in Justizvollzugsanstalten.
V.Z.: Und natürlich haben wir uns mit den Biografien junger Strafgefangener beschäftigt, erschütternde Lebensläufe, die uns beim Finden und Ausformen unserer Charaktere geholfen haben.
Frage: Welche Botschaft möchten Sie den Zuschauern mit „Schurkenstück“ vermitteln?
E.Z.: Wir wollen keine Botschaften vermitteln, sondern eine gute und spannende Geschichte erzählen. Und wir glauben auch nicht, dass Theaterspielen aus Schwerkriminellen bessere Menschen macht oder den Weg zum sozialen Frieden ebnet. Aber Menschen im Knast neue Perspektiven aufzuzeigen oder ihnen dabei zu helfen, ungeahnte Fähigkeiten zu entdecken, macht in unseren Augen mehr Sinn als die Strafe aufs reine Wegsperren zu reduzieren.
V.Z.: Und weil jugendliche Straftäter von der Öffent- lichkeit oft nur dann wahrgenommen werden, wenn ein besonders grausames Verbrechen passiert, war es uns wichtig, den Inhaftierten jenseits medialer Verteufelungen ein menschliches Gesicht zu geben.
Frage: Sie sind ein Ehepaar und schreiben gemeinsam Dreh- bücher. Gibt es eine spezifisch weibliche und männliche Sichtweise bei dieser Geschichte?
V.Z.: Nein, es gibt in unserer Arbeit grundsätzlich keine geschlechterspezifische Aufteilung...
E.Z.: ...wobei das unbewusste Einfließen hormoneller Befindlichkeiten niemals auszuschließen ist. Und das ist auch gut so!
Ein Interview, das Volker A. Zahn anlässlich der TV-Premiere von „Schurkenstück“ dem WDR 3-Kulturmagazin „Resonanzen“ gegeben hat, finden Sie unter: http://www.wdr3.de/resonanzen/details/artikel/wdr-3-resonanzen-6a2545926b.html


